Vergabe 5G-Lizenzen: „business as usual“ statt Qualität


Mit der Vergabe der neuen 5G-Lizenzen für das deutsche Mobilfunknetz scheint es eher um „business as usual“ zu gehen, statt um das Erreichen einer flächendeckenden Versorgung.

Mobilfunknetz eines der größten Blamagen für Technologiestandort

Mobilfunk-Dschungel

5G-Lizenzen: Es geht um Kohle statt Qualität

Das Mobilfunknetz im Bundesgebiet scheint ohnehin schon derart mies zu sein, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lt. einem Bericht von Welt es vermeiden will, von unterwegs mit Gesprächspartnern im Ausland zu telefonieren. Die vielen Unterbrechungen sind dann doch zu peinlich.

Nun stehen die Vergaben der Lizenzen für das 5G-Mobilfunknetz an. Ralph Dommermuth, Chef von 1&1, warnte lt. Focus bereits vor der „Zementierung“ eines vorherrschenden Oligopols, wenn am gegenwärtigen Entwurf der Vergaberichtlinien für die 5G-Lizenzen festgehalten werde. Nun scheint es aber der Bundesregierung gar nicht so wichtig zu sein, endlich mal ein flächendeckendes Mobilfunknetz mit durchgehend guter Qualität zu schaffen, denn nur kurz vor der Festlegung der Ausschreibungsbedingungen für die Lizenzen stellt sich anhand eines entbrannten Streits heraus, dass auch bei 5G gar kein flächendeckender Ausbau vorgesehen ist.

Den Stein ins Rollen brachte lt. Handelsblatt die Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Sie erwähnte gegenüber Reuters, dass 5G „nicht an jeder Milchkanne notwendig“ sei. Für den Gang in die Fläche könne man sich „ein bisschen Zeit“ nehmen. Es wäre schon eine gute Ausstattung, wenn es 4G flächendeckend gäbe.

Für die ländliche Bevölkerung sei die Aussage der Forschungsministerin ein Schlag ins Gesicht, so die Antwort der Wirtschaftsministerin Saarlands, Anke Rehlinger (SPD), gegenüber Handelsblatt.

Die Erleuchtung zu diesem vorherrschenden miserablen Mobilfunknetzes kam auch Altmaier, der diesen Zustand als eines der „größten Blamagen des Technologiestandorts Deutschland“ bezeichnete. 99 von 100 Mobilfunknutzer seien inzwischen davon überzeugt, dass 4G hierzulande ständig zusammenbreche.

Statt für Abdeckung zu sorgen wird „Funkloch-App“ entwickelt

Der „grausame Mobilbrutzel-Standort“ scheint der Bundesregierung schon länger durchaus bewusst zu sein. Als Alibi-Politik ließ man extra ein „Funkloch-App“ entwickeln, mit denen die Nutzer in „Echtzeit“ bestehende Funklöcher automatisch direkt melden können. Ein – mit Verlaub – schwachsinniges und gefährliches App zugleich. Einmal wissen die Mobilfunkbetreiber sehr genau selbst, wie es um die Funkabdeckung bestellt ist und zweitens stellen die Nutzer den „Mehrwert“ dadurch, dass sie in Echtzeit freiwillig ihre eigenen Positionen, Routen, Start- und Zielorte Preis geben. Was wünscht man sich angesichts der schleichenden Totalüberwachung mehr?

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