BIP-Zuwachs EU & Euroraum Quartal 4 2014: Kein Grund für Jubel


Die Wirtschaft in der EU sowie im Euroraum wuchs im vierten Quartal 2014 nur „ansatzweise“. Das Plus von 0,3 bzw. 0,4% motiviert kaum zu euphorischen Jubelsprüngen. Zwischenzeitlich zog die US-Wirtschaft davon und ein Spiegelbild der Verhältnisse bietet der Wechselkurs Euro gegenüber dem US-Dollar.

„Konjunkturmaßnahmen“ mündeten bisher nur im Euro-Einsturz

EU

Die EU-Zugpferde schafften 1,1% Zuwachs

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU stieg im vierten Quartal 2014 um 0,4% und das BIP im Euroraum um 0,3%, so das Europäische Statistikamt (Eurostat) nach vorläufigen Schätzungen. Damit fiel das Wachstum in beiden Gebieten im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres (+1,3% und +0,9%) deutlich schwächer aus.

Gegenüber dem dritten Quartal 2014 (EU28 +0,3% und ER18 +0,2%) wuchs die Wirtschaft in den letzten drei Monaten des Jahres nur unwesentlich stärker an.

Das BIP Quartal 4 2014 stieg in den USA mit +2,4% wesentlich stärker an als die gemeinsame Wirtschaft auf dem europäischen Kontinent.

Die größten Zuwachsraten wiesen die Länder Schweden (1,1%), Estland (1,1%), Ungarn (0,9%) und Polen, Spanien sowie Deutschland (je 0,7%) auf. Schrumpfende Wirtschaften hatten im Quartal 4 2014 die Länder Zypern (-0,7%), Griechenland (-0,4%), Österreich (-0,2%) und Finnland (-0,2%) zu erleiden.

Die konjunkturelle Lage in der EU sowie in der Eurozone geben somit noch keinerlei Gründe für Jubelsprünge. Am Montag startet die Europäische Zentralbank (EZB) ihr längst angekündigtes Anleihekaufprogramm. Geplant sind Ankäufe in einem Rahmen von monatlich 60 Milliarden Euro bis September 2016. Neben der Abwendung einer Deflation ist u.a. die Konjunkturbelebung eines der erklärten Ziele der Notenbank. Resultate dürften jedoch zuerst nur an den weiter steigenden Aktienwerten zu sehen sein. Die Belebung der Wirtschaft dürfte mit einer deutlichen Verzögerung eintreffen, wenn überhaupt.

Dafür krachte der Euro gegenüber dem US-Dollar bereits runter auf weniger als 1,09 Dollar. Der bisher einzige „Erfolg“ aller EZB-Maßnahmen.

Umschuldungskredite

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