Euro-Krise: Tusk warnt vor “Katastrophe” eines Griechenlandaustritts


Griechenland könne „aus Versehen“ aus der Eurozone ausscheiden und dies müsse unbedingt verhindert werden, so EU-Ratspräsident Donald Tusk. Eine Katastrophe wäre der Griechenlandaustritt auch für die geopolitischen Zusammenhänge des Kontinents.

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EU-Frage

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Die Lage um Griechenland und somit auch für die „restliche“ Eurozone spitzt sich in den kommenden Tagen zu. Athen hat noch im März Milliarden-Rückzahlungen zu leisten und anschließend sind / wären die Gehälter für die Staatsbediensteten sowie Rentenauszahlungen fällig. Eine allumfassende Einigung zwischen der griechischen Regierung, der Eurogruppe sowie die ehemalige Troika – danach „Institution“, jetzt „Brüssler Gruppe“ – über die künftige Behandlung der offen stehenden Schulden sowie das dringend benötigte Kapital wurde noch nicht getroffen.

Ende März, Anfang April könnte Griechenland offiziell die Insolvenz aussprechen, nachdem die Gläubiger vergebens auf ihre Ratenzahlung warten mussten. Zu den „Hoffnungsträgern“ zählt der allemal finanzstarke Internationale Währungsfonds (IWF).

Sollte Griechenland in die Pleite abrutschen, könnten innerhalb der Europäischen Gemeinschaft unübersichtliche Zustände entstehen, die zu einem „versehentlichen Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone“ führen können, so die Befürchtung des EU-Ratspräsidenten Donald Tusk (Polen). „Wir haben ein solches idiotisches Szenario zu verhindern“, so Tusk in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sowie fünf weiteren europäischen Blättern.

Es habe in der europäischen Geschichte bereits zu viele Dinge gegen, die aus Versehen passiert seien, so Tusk. Ein Resultat „von Missverständnissen, Unfällen und dummen Telefonaten“ sei auch der erste Weltkrieg gewesen.

Tusk bringt Währungsraum und geopolitische Zusammenhänge in Verbindung

Der ehemalige polnische Ministerpräsident sieht auch einen Zusammenhang mit dem Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone und der geopolitischen Lage Europas. Ein derart „dramatischer Akt wie das Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone“ sei angesichts der Krise in Libyen, der unstabilen Lage auf dem Balkan, in Moldawien, auf Zypern und in Transnistrien eine Katastrophe. Den Austritt aus der Währungsgemeinschaft beschrieb Tusk als das „dramatischte Kapitel in der gesamten Geschichte der Europäischen Union“. Es sei unstrittig, dass dem Land geholfen werden müsse.


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