Historischer Rückgang Deutscher Staatsverschuldung – Eintagsfliege?


Im letzten Quartal 2013 „schrumpfte“ Deutschlands Staatsverschuldung um -28 Milliarden Euro. Über das gesamte Jahr ging die Schuldenquote um -0,6 Prozent zurück. Eine „historische“ Entwicklung mit „technischem Hintergrund“.

Erfolgreiches Abstoßen von Schrottpapieren reduzierte deutsche Schuldenquote

Schulden

Schuldenquote noch über 2 Billionen Euro

Deutschlands Schuldenquote ging im vergangenen Jahr zurück. Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete einen Schuldenstand von 2.043.728 Millionen Euro zum Stand 31.12.2013. Der Rückgang der Staatsschulden Deutschlands betrug im Vergleich zum Vorjahres-Quartal -1,4 Prozent, bzw. -28 Milliarden Euro. Der Blick auf das gesamte Jahr zeigt einen Schuldenrückgang um -0,6 Prozent.

Die erste rückläufige Schuldenquote seit über 60 Jahren der jüngeren deutschen Geschichte. Eine „Meisterleistung“ der deutschen Wirtschaft und des Finanzministeriums? Eher nicht. Die Bankenkrise raffte in Deutschland zwei bedeutende Kreditinstitute dahin. Die Hypo Real Estate (HRE) sowie die WestLB. Beide insolventen Geldhäuser wurden vom Staat aufgefangen, also mit dem Einsatz von Haushaltsmitteln, bzw. Steuergeldern. Gleichzeitig wurden zwei sog. „Bad Banks“, die FMS Wertmanagement für die HRE und die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) für die WestLB geschaffen. Dorthin wurden die Risiken in Milliardenhöhe verlagert. Die „Schrottpapiere“ der Pleite-Banken wanderten in die jeweiligen „Bad Banks“. In diesem Zuge ist die deutsche Staatsverschuldung mit einem weiten Satz nach oben gesprungen.

Das Bereinigen der Schrottpapiere in den Bilanzen der Bad Banks scheint mit Erfolg gekrönt worden zu sein. Das Gewicht der faulen Papiere in den beiden Auffanggesellschaften ist im vergangenen Jahr deutlich verringert worden. Da der Staatshaushalt an die Schrottpapier-Bilanzen direkt gekoppelt ist, sind die Schulden gleich mit geschrumpft.

Dennoch scheint die (einmalige?) „historische Umkehr“ in der Staatsverschuldung für Euphorie bei so manchem Wirtschaftsexperten auslösen. So hält es der IfW-Experte Boysen-Hogrefe lt. tageschau.de (Freitag) durchaus für möglich, dass die Schuldenquote im Jahr 2020 wieder die Marke von 60 Prozent unterschreiten wird. Voraussetzung dafür sei das Ausbleiben einer Rezession und das Festhalten an der Schuldenbremse durch die Politik.

Bis zum Erreichen des Maastrichter Kriteriums von maximal 60 Prozent Verschuldung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist es noch ein weiter weg. Deutschland und Frankreich waren die ersten Länder, die diese Marke überschritten. Deutschlands Schuldenquote beträgt derzeit 78 Prozent des BIP.

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