ifo Studie: Exportüberschüsse sind kein Arbeitslosen-Export


Anhaltend hohe Leistungsbilanz-Überschüsse sorgen für einen Export der Arbeitslosigkeit in die importierenden Länder. Diese These könne nicht aufrechterhalten werden, so eine Studie des Münchner ifo Instituts.

Hohe Überschüsse sorgen eher für Arbeitslosigkeit im betroffenen Land

Arge

Mehr Export, mehr Arbeitslosigkeit?

Als Argument gegen hohe Leistungsbilanz-Überschüsse einer Wirtschaft wird oft angebracht, dass damit auch Arbeitslosigkeit exportiert werden würde. Somit sei auch die deutsche Wirtschaft mit ihren anhaltend extrem hohen Überschüssen für die Arbeitslosigkeit in anderen Ländern verantwortlich.

Eine aktuelle Studie des Münchner ifo Instituts will nun herausgefunden haben, dass diese These nicht zutreffe. Dafür „fehlen sowohl schlüssige theoretische wie auch empirische Argumente“, so Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft. Die untersuchten Daten geben keine Hinweise darauf, dass die Behauptung, ein Anstieg des Leistungsbilanz-Überschusses oder der Netto-Exporte sei verbunden mit einem Absinken der Arbeitslosenrate im jeweiligen Land. Das Gegenteil sei eher der Fall. Es sehe so aus, „als gingen wachsende Leistungsbilanz-Überschüsse eines Landes eher einher mit zunehmender Arbeitslosigkeit.“ Dies sei vor allem für Industrieländer der Fall.

Sobald für die Zusammenhänge die Besonderheiten der Länder hinzugenommen werden, sei ein negativer Zusammenhang zwischen Bilanzüberschüsse und dem vermeintlichen Export der Arbeitslosigkeit nicht mehr erkennbar. Dies sei ein Hinweis darauf, „dass der Leistungsbilanz-Überschuss und die Arbeitslosenrate von anderen Faktoren bestimmt werden.“

Diese Ergebnisse ließen sich aber nicht dahingehend deuten, dass anhaltende Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz nicht zu Problemen führten. „Etwaige Arbeitsmarkteffekte taugen allerdings nicht für eine Rechtfertigung, Leistungsbilanz-Überschüsse zu verteufeln“, so Felbermayr.

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