Vorteil durch EU-Beitritt mittel- und osteuropäische Länder


Die Mitgliedschaft der mittel- und osteuroäischen Länder in der EU habe für die betroffenen Länder sowie wie für die deutsche Wirtschaft erhebliche Vorteile eingebracht. Das Münchner ifo Institut zieht eine positive Bilanz zu den Handelsentwicklungen.

Exportanstiege um bis zu 216 Prozent

Europa

EU-Beitritt brachte Vorteile im Handel

Das Münchner ifo Institut zieht eine positive Bilanz aus den schrittweisen Beitritten der ost- und mitteleuropäischen Länder in die Europäische Union (EU). Die Integration dieser Länder habe sich auf die Handelsbeziehungen zwischen der Bundesrepublik und den Beitrittsländern förderlich ausgewirkt.

Besonders profitiert haben demnach die Länder Tschechien und Polen, die ihre jeweiligen Exporte ins Bundesgebiet seit dem EU-Beitritt um 156 Prozent bzw. 216 Prozent ausweiten konnten. Eine ähnliche Entwicklung sei auch für Bulgarien und Rumänien festzustellen. Die Handelsbeziehungen zu den baltischen Ländern habe sich allerdings abgeschwächt.

„Ein Teil dieses positiven Effekts lässt sich unmittelbar auf den EU-Beitritt der osteuropäischen Staaten zurückführen“, so das ifo Institut. Besonders stark profitierten demnach die neuen Bundesländer, da sie wegen der geringeren räumlichen Entfernung, besonders aber aufgrund der historischen Handelsbeziehungen einen Vorzug erhalten. Während der Effekt durch den EU-Beitritt für die neuen Bundesländer mit einer zusätzlichen Steigerung der Exporte von 17 Prozent beträgt, hatten die alten Bundesländer lediglich einen Vorteil von 6 Prozent.

Handelsaufschwung hat sich an Bevölkerung etwas „vorbeigemogelt“

Offensichtlich hat die jeweilige Bevölkerung in den Ländern mit den ausgeprägten Handelsvorteilen durch den EU-Beitritt teils wenig profitiert. Die am Dienstag von der europäischen Statistikeinrichtung Eurostat veröffentlichten Daten über die Entwicklung der Armutsgefährdung innerhalb der EU zeigt zwar eine entsprechende Verbesserung, die aber vom Umfang der Handelszuwächse weit abgeschlagen liegt. Immerhin konnte Bulgarien die Quote der Armutsgefährdung innerhalb der eigenen Bevölkerung von 44,8 % im Jahr 2008 auf 38,9 Prozent im Jahr 2017 senken. Rumänien hatte im Jahr 2017 rund 35,7 Prozent armutsgefährdete Einwohner (2008: 44,2 %). Tschechiens Armutsgefährdungsquote sank im gleichen Zeitraum von 15,3 auf 12,2 Prozent. Lediglich Polen sticht mit einem signifikanten Abbau der Armutsgefährdung von 30,5 Prozent auf 19,5 Prozent heraus.

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