Der Konkurs des Energieunternehmens BEV München wird zahlreiche Kunden mit Forderungen aufgrund von angekündigten Rückzahlungen und Boni mit leeren Händen zurücklassen. Der automatische Griff zum billigsten Anbieter sollte vermieden werden.

BEV kalkulierte offenbar mit roten Zahlen

Insolvenzen
Forderungen gegen BEV werden wohl ins Leere laufen

Der nächsten Pleite eines Energieversorgers folgen wiederholt eine Welle der
Am 29.01.19 meldete der Münchener Gas- und Stromlieferant Bayerische Energieversorgungsgesellschaft (BEV) mit Sitz in München Insolvenz an. Ein weiterer Fall nach TeldaFax, FlexStrom und Care Energy. Für die betroffenen Kunden könnte nun nach der Pleite von BEV ein finanzieller Schaden entstehen, sofern noch eine offene Gutschrift zur Auszahlung ansteht. Dieser Betrag sowie ggfs. versprochene Boni könnten teilweise oder vollständig wegfallen. BEV weist auf seiner Webseite darauf hin, dass im Rahmen einer Insolvenzverwaltung kein Gläubiger bevorzugt behandelt werden dürfe. Nachdem das Amtsgericht München einen Insolvenzverwalter bestellte, liegt das Verfahren ohnehin in dessen Hand.

BEV sei in der Vergangenheit bei den Verbraucherschützern insbesondere dadurch aufgefallen, dass sie offenbar mit sehr günstigen Lock-Angeboten die Kunden einsammelten, um diese nach einer gewissen Zeit mit teils drastischen Preisanhebungen konfrontierten. Im Gespräch mit Deutschlandfunk erklärte Ines Rutschmann vom Portal Finanztip, dass die Handhabung der hohen Bonuszahlungen und der Preise in der Regel nicht kostendeckend waren. BEV habe dadurch im ersten Jahr der Strom- oder Gasversorgung nichts verdient, sondern eher noch rote Zahlen eingefahren. Der Energieversorger kalkulierte scheinbar, dass diese Kunden länger bleiben, allerdings mit entsprechend angehobenen Preisen. Darüber hinaus habe sich BEV mehr oder weniger zurückgezogen, wenn Kunden darauf bestanden, die monatlichen Abschlagszahlungen an den tatsächlichen Verbrauch des Vorjahres anzupassen. Dementsprechend hoch fielen auch die Rückzahlungsbeträge aus, die nun im Insolvenzfall für den Kunden wahrscheinlich verloren gehen.

Bekannt seien auch Fälle, in denen BEV die Abschlagszahlungen quasi als Vorauszahlungen behandelte. Diese Beträge wurden bereits eingezogen, bevor die Lieferung von Strom oder Gas ausgeführt wurde.

Nicht automatisch zum günstigsten Angebot greifen

Rutschmann rät dazu, bei der Suche nach einem neuen Versorger Strom- und Gas-Tarife nicht nach Bonuszahlungen zu kategorisieren. Allerdings reiche es auch nicht, einfach einen Tarif ohne Bonus-Versprechen zu wählen. Ein guter Indikator sei der Grundversorgungstarif. Daher lautet ihr Tipp: Sollte der Grundversorgungstarif im Bereich von 10 bis 15 Prozent über dem Angebot liegen, das vom Kunden in Erwägung gezogen wurde, dann sei dies eine gute Wahl.



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