Erdgas aus USA und Kanada: Steht Merkel im Zugzwang der Interessen?


Als wenn die Energiewende in Deutschland nicht bereits chaotisch genug sei, strebt Bundeskanzlerin Merkel offenbar einen weiteren Wandel in der Energiepolitik an. Die neue “Betrachtung” der künftigen Energiesicherheiten verlagerte jedoch die Abhängigkeit von einem seit Jahrzehnten zuverlässigem Partner zu den USA und Kanada. Ein Plan, der mit der laufenden Energiewende nicht in Einklang zu bringen ist.

Wirtschaftliche Interessen werden stets der Bundeskanzlerin vorgetragen

Energiewende

Die Planerfüllung braucht eine Exekutive

Die Energiewende scheint vor einer gewollten Wende zu stehen. Zumindest ließen die “Ansprachen” der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) derlei Rückschlüsse zu. Doch von einer Verbesserung in der chaotischen Situation um die EEG-Umlage bzw. den von den Verbrauchern zu bezahlenden Differenzen zwischen Börsen-Strompreise und Festvergütungen an Ökostrom-Erzeugern kann keine Rede sein.

Die Regierungschefin zeigt eher eine große Zuneigung zu den von den USA und Kanada unterbreiteten Angeboten für Erdgas-Lieferungen. Eine “großzügige Geste” aus Übersee, damit die bereits laut ausgesprochene Entkoppelung von Russlands Gaslieferungen gelingen möge. Deutschland bezieht fast ein Drittel (31%) seines Erdgas-Bedarfs aus Russland. Die “Ersatzlieferungen” aus den Staaten und Kanada müssten schon eine ganze Armada von Transportschiffen voraussetzen.

Freihandelsabkommen bereiten die Wege – Zufall?

Kanadas Erdgas-Geschäfte beschränken sich derzeit noch auf das nordamerikanische Gebiet. Der kanadische Premierminister Stephen Harper teilte der Bundeskanzlerin seine Expansions-Gedanken bereits mit. Einem transatlantischen Handel stünde dank dem beinahe im “Verborgenen” getätigtem Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada im vergangenen Jahr kaum etwas im Wege.

Die USA sitzen auf riesige Mengen per Fracking gewonnenem Erdgas das einen willigen Käufer sucht. Das Transatlantische Handelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den Staaten würde die Pforten für ausgiebige Lieferungen automatisch öffnen. Ein Streit zwischen der EU – insbesondere Deutschland – und Moskau sowie verhängte Wirtschaftssanktionen würden dem “Pleite-Staat” USA sehr entgegen kommen.

Beide nordamerikanischen Staaten hatten ihre “Hilfsbereitschaft” offenbart und Kanzlerin Merkel spricht prompt von einem “neuen Betrachten der deutschen Energiepolitik”. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

SPD-Chef Sigmar Gabriel nahm unmittelbar nach der Botschaft Merkels den Wind aus den Segeln. Der Wirtschafts- und Energieminister betonte, dass Russland auch in den Zeiten des kalten Krieges die Verträge stets eingehalten habe. Hinweise auf die Risiken von zugedrehten Gashähnen aus Russland seien reine “Panikmache”. Der Osnabrücker Neuen Zeitung erklärte Gabriel, dass es keine “vernünftigen Alternativen” zu den Erdgas-Importen aus Russland gebe.

Die Bundeskanzlerin soll nun das (übliche) Vakuum in ihren Worthülsen mit Inhalt befüllen. Hannelore Kraft (SPD), Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen sagte zur Welt am Sonntag, sie wolle von Merkel nun ganz genau wissen, was sie mit der “neuen Betrachtung der deutschen Energiepolitik” meinte. Im Rahmen der Energiewende sei mit der Neuausrichtung gen “Energiemix in Richtung erneuerbare Energien” bereits eine grundlegende Veränderung am Laufen.

Die wahren Interessen sind klar zu erkennen

Es “riecht” buchstäblich nach einem Konflikt zwischen Vernunft und Wirtschaftsinteressen. Die USA, verschuldet mit offiziell etwas mehr als 17 Billionen Dollar und mit aktuell ausgesetzter Schuldenbegrenzung, braucht zwangsläufig neu erschlossene Märkte im Milliarden-Volumen. Europa, insbesondere Deutschland sind abhängig von Rohstoff-Lieferungen aus dem Ausland. Offenbar hielt Russland, im Verbund der ehemaligen Sowjetunion, trotz aller Widrigkeiten des Kalten Krieges die Lieferverträge ein. Die politischen Entscheidungen der USA im Weltgeschehen der jüngeren Geschichte entpuppten sich jedoch meist als Handlungen im höchst eigenen Interesse. Die “partnerschaftliche Nähe” zu den Verbündeten unterstreicht Washington durch lückenlose Spionage in allen Bereichen der Wirtschaft und Politik.

So lange die Vielfältigkeit besteht, wäre die Auswahl des zuverlässigeren Handelspartners die klügere Wahl. Der Handel mit Russland läuft bereits über Jahrzehnte ohne größere Unregelmäßigkeiten. Warum also etwas daran ändern?

Die Bundeskanzlerin zieht es offenbar vor, wiederholt den “Flüsterern” aus dem politischen Hintergrund Washingtons Gehör zu schenken, statt die vorzufindenden Fakten abzuwägen und eine mit den Interessen der Bevölkerung im Einklang stehenden Lösung anzustreben.

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