Lobbyverein fordert Bundesregierung zur Tätigkeit auf


Die Bundesregierung wird für ihre „Untätigkeit“ gerügt, endlich die Sanierung von Gebäuden und Anlagen voranzubringen. Die Unternehmen aus den Sparten Wärmedämmung und Fenster beklagen zu geringe Absätze.

Derzeit herrsche eine unzureichende Marktentwicklung vor

Alte Heizanlage

BDH fordert möglichst Verdoppelung der öffentlichen Aufträge

Ginge es im Rahmen des Energiewende um die Ambitionen der Bundesregierung, auch möglichst das „Klimaziel 2030“ in seinem Umfang zu erreichen, müssten so langsam mit der Brechstange herangegangen werden. Das Ziel des verringerten (Primär-) Energieverbrauchs bis zum Jahr 2020 dürfte mit Pauken und Trompeten verfehlt werden. Lediglich 30 Prozent der Etappe sind bisher hinterlegt und es ist 2019. Neue Schätzungen gehen von 2030 aus und bis dahin dürften auch – falls der Kohlekommission Folge geleistet wird – so langsam die letzten Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Nur zu hoffen, dass Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) bei seiner Deutschland-Erkundungstour im vergangenen August die Erleuchtung erfuhr, wie es denn mit dem Netzausbau weiter gehen könnte. Dieselautos sollen möglichst heute statt morgen weg, dafür rund 10 Millionen Elektro-Autos bis 2030, kein Kohlestrom, fragwürdiger Zustand des Stromnetzes, offene Fragen, wie die Finanzierung dieses Vollprogramms möglichst elegant an Endverbraucher, Arbeitnehmer und Steuerzahler abgewälzt werden könnte. Und nun folgte auch noch der Vorwurf der „klimapolitischen Untätigkeit“ aus den Reihen des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), wie die Welt (Montag) berichtet.

Der Lobbyverband sieht demnach angesichts der jüngsten Marktentwicklung die CO2-Ziele für den Bereich der Gebäude in weite Ferne rücken. Darüber hinaus beklagten sich die Unternehmen in der Dämmstoff- und Fensterindustrie über eine unzureichende Marktentwicklung auf dem Gebiet der Gebäudesanierungen, so BDH-Präsident Uwe Glock sowie Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke an Thomas Bareiß (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Der in 2018 bei den Wärmeerzeugern um drei Prozent gestiegene Absatz sei nicht genug, doch das Wachstum sei praktisch vollständig entfallen aufgrund des „nach wie vor recht dynamischen Neubaus“. Der Tausch von Heizungen stagniere dagegen.

Sollte es der Bundesregierung nicht gelingen, bis zum Jahr 2030 die CO2-Emission von derzeit 119 Millionen Tonnen auf 72 Millionen Tonnen zu reduzieren, drohe ihr im Rahmen der EU-Vorgaben bereits Mitte der Zwanzigerjahre eine Strafzahlung im zweistelligen Milliardenbereich, so die Industrie-Interessenvertreter. Daher erscheine es sinnvoll, schon heute die Modernisierungsquote in Anlagen und im Gebäudebereich deutlich zu erhöhen. Eine Verdoppelung sei angebracht.

—Meinung—

Ein Schreiben, welches die Bundesregierung dazu aufforderte, mehr öffentliche Aufträge zu vergeben und ggfs. noch Gesetze zu schaffen, die auch Privatbesitzer dazu zwingt, Gebäude auf Stand der gewünschten Dinge zu bringen, damit die Umsätze wieder zur Zufriedenheit führten, wäre zwar undiplomatisch aber ehrlich.

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