Ausstieg Atomkraft – Energiewende droht aus dem Ruder zu laufen


Die Energiewende stottert zusehends. Das Ziel des kompletten Ausstiegs aus der Atomkraft im Jahr 2022 scheint in weite Ferne zu rücken. Die Kostensteigerungen lassen sich immer schwerer einschätzen. Privathaushalte wurden bereits überproportional zur Kasse gebeten und werden voraussichtlich auch künftig den größten Teil der Kosten abfangen müssen.

Die Energiewende scheint aus dem Ruder zu laufen

Windkraftanlage

Energiewende: Künftig historisches Desaster?

Die groß angelegte Energiewende in Deutschland droht doch irgendwann als das “große fehlgeschlagene Experiment” in die Geschichte einzugehen. Sofern der Ausstieg aus der Atomkraft durch den vollständigen Ersatz alternativer bzw. erneuerbaren Energiequellen das Ergebnis markieren sollte, dann rückt das Ziel derzeit in immer größere Entfernung.

Aus einem äußerst hastigen und sichtlich unüberlegten Start der Energiewende wurde unlängst eine endlose Kette von Flickschustereien. Der “größte Erfolg” der Wende war bisher die effektive Umverteilung der anfallenden Kosten auf die privaten Endverbraucher sowie kleineren und mittelständischen Betriebe. Die gewerblichen intensiven Stromverbraucher wurden dagegen deutlich entlastet.

Die Öko-Umlage auf den verbrauchten Strom sowie die gesonderten Tarife für Großverbraucher trugen maßgeblich dazu bei, dass die privaten Haushalte überproportional hoch an den Kostensteigerungen beteiligt wurden. Zwischen dem Juli 2008 und August 2014 stiegen die Strompreise für private Abnehmer um 36 Prozent an, während die Industrie um lediglich 5 Prozent mehr belastet wurde, so das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag.

Zwischen den Januar 2000 und Juli 2008 stiegen die Stromenergie-Kosten für industrielle Großabnehmer um 68 Prozent an und die der Privathaushalte um 41 Prozent.

Mit der Öko-Umlage wird eine ganze Reihe von laufenden Kosten im Rahmen der Energiewende finanziert. Die größten Anteile verursachen die Privilegien der Großabnehmer, gefolgt von der über die Jahre hinweg gefallenen Preise an der Strombörse. Die Preisnachlässe für die industriellen Großabnehmer sowie die Differenz der Börsenpreise zu den fest zugesagten Ökostrom-Entgelten müssen vom Privatverbraucher ausgeglichen werden.

Der Termin für den kompletten Atomstrom-Ausstieg bis zum Jahr 2022 wackelt zusehends. Auf der einen Seite sind sich in der Bundesrepublik nicht alle Länder über die Trassenführung des benötigten Leitungsnetz-Ausbaus einig und auf der anderen Seite stottern die einst ambitionierten Pläne für die Neuschaffung alternativer Stromerzeuger an allen Ecken und Enden.

Die Bundesregierung plante z.B. die Erzeugung von Stromenergie mit einem Anteil von 25 Prozent aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung bis zum Jahr 2020. Nun warnte das Bundeswirtschaftsministerium davor, dass dieses Ziel “deutlich verfehlt” werden könnte. Aufgrund der aktuellen Marktbedingungen werde die Stromgewinnung aus KWK gegenüber dem heutigen Stand sogar zurück gehen.

EEG-Reform 2014 bremst Energiewende aus

Für einen weiteren Dämpfer könnte die EEG-Reform vom August 2014 sorgen. Mit den neuen Regelungen wurde auch die Belastung des verbrauchten Stroms aus eigenen erneuerbaren Energiequellen mit der Öko-Umlage festgelegt. Wer also eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach installierte und einen Teil des erzeugten Stroms für den Eigenbedarf nutzt, muss für diesen Anteil die Öko-Umlage berappen. Diese Neuerung dürfte zu großer Ablehnung, zumindest aber zu einer erheblichen Verunsicherung bei den Verbrauchern und potenziellen Energieerzeugern führen. Beides ist Gift für die Bereitschaft zu Investitionen in Erneuerbare Energien.

Die EEG-Reform war ohnehin bestenfalls ein “Reförmchen”. Industrielle Großabnehmer durften ihre Privilegien in nur geringfügig abgewandelter Form beibehalten.

Eine im Jahr 2015 in Aussicht gestellte Reduzierung der Öko-Umlage ist kein Resultat der EEG-Reform und schon gar nicht eine Folge von gesenkten Kosten im Zuge der Energiewende. Die Höhe der Öko-Umlage eines laufenden Jahres basiert auf den Schätzungen des künftigen Bedarfs. Nun entwickelte sich aufgrund der “Fehleinschätzungen” ein Überschuss. Die Verbraucher wurden quasi in Vorkasse genommen und eine Absenkung der Öko-Umlage würde lediglich für den Ausgleich sorgen.

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Bild: CC0 1.0 Universell

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