Im Streit der Offshore-Windparks wendet sich die Energiewende


Beim Ringen um den vermeintlichen “Schuldigen” zum verzögerten Ausbau der Offshore-Windräder hat das Netzunternehmen derzeit die Oberhand gewonnen. Eine Studie könne belegen, dass die Vorwürfe der zeitlich verschleppten Anschlüsse so nicht mehr haltbar wären. Vielmehr gäbe es mehr “Kabel als Steckdosen”.

Mehr Netzanschlüsse als Erzeugerkapazitäten?

Energiewende

Streit um die Schuldfrage

Der Spielball in der Energiewende wird fleißig weiter gereicht. Das “Giganten-Projekt” alternative Energien erhält eine neue Ausgangsposition für den Blick auf den zukünftigen Ausbau der sog. Offshore-Windkraftanlagen auf hoher See sowie deren Anbindung für den Transport der gewandelten Stromenergie.

Bisher galt das Unternehmen Tennet, das als Übertragungsnetzbetreiber den Anschluss der Hochsee-Windparks zu verantworten hat, der “Buh-Mann” der schleppenden Energiewende und zugleich als ein Kostentreiber. Noch schlimmer litt das Ansehen des Unternehmens an der Tatsache, dass die Bundesregierung den Großteil der entstehenden Mehrkosten über das “ausbaufähige Multi-Paket” Öko-Umlage auf alle Endverbraucher abwälzt. Die These lautete in etwa: “Die Windkraftanlagen stehen, aber Tennet bringt es nicht fertig, diese rechtzeitig anzuschließen”. Tatsächlich wurde den Windkraft-Betreibern eine sog. Gewinnausfallsentschädigungszahlung zugesprochen. Natürlich zu Lasten aller Stromverbraucher.

Nun hat Tennet den Spieß umgedreht und den äußerst verzögerten Ausbau der Windparks an den Pranger gestellt, wie das manager-magazin.de (Donnerstag) berichtete. Bis zum Jahr 2023 wäre lediglich eine Erzeugungskapazität von max. 3,7 bis 5,9 Gigawatt (GW) möglich, so die von Tennet beauftragte Studie. Bereits heute wäre es jedoch möglich, 6,2 GW Strom an Land zu bringen und bis 2023 würde Netzentwicklungsplan der Bundesregierung eine Kapazität von 12,8 GW vorsehen.

Zusätzlich kämen zu den bereits existierenden 6,2 GW zwei bereits ausgeschriebene Netzübertragungssysteme mit jeweils 1,8 GW hinzu. Bis dato gelten jedoch eine Stromerzeugungskapazität von insg. 2,9 GW als gesichert und auch finanziert. Anteilig werden aktuell Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistungskapazität von 2,3 GW gebaut.

Die Gefahr einer “Lücke zwischen der Errichtung der Netzanbindungssysteme und dem Zubau an Offshore-Windkapazität” wäre schon heute deutlich, so Lex Hartman von der Geschäftsführung des Unternehmens Tennet.

In anderen Worten, Tennet könne sehr wohl seiner Aufgabe rechtzeitig nachkommen, die Windkraftanlagen auf See anzuschließen, um deren erzeugte Stromenergie auf Landwege zu bringen. Dagegen würde die Bundesregierung ihren eigenen Plänen nicht nachkommen können, die Anzahl der der geforderten Stromerzeuger rechtzeitig in Betrieb zu nehmen.

Noch gestern waren es zu wenig “Stecker”, heute sind es zu wenig “Steckdosen”. Wenn jetzt der Wind noch ausbleibt….

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Bild: CC0 1.0 Universell

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