Mehr Flexibilität beim Stromkunden – Nicht alle begeistert


Die Errichtung von Kraftwerken anhand erneuerbarer Energien ist die eine Seite der Energiewende. Die andere Seite besteht aus einem funktionierenden Netz, insbesondere das Umgehen mit Verbraucherspitzen und extremen Schwankungen bei der Stromerzeugung. Für mehr Flexibilität beim Endkunden können sich allerdings nicht alle Haushalte begeistern.

Netzstabilität ist längst nicht gewährleistet

Energiewende

Flexible Stromgewinnung erfordert flexible Verbraucher

Im Zuge des Energiewende gilt es nicht nur zu überlegen, welche Kohlekraftwerke der Reihe nach abzuschalten sind, sondern auch wie ein funktionierendes Stromnetz gewährleistet werden kann. Mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen gesellen sich zu den schwankenden Verbrauchern auch gleich ebenso „instabile“ Stromerzeuger. Alle Haushalte wollen in der Nacht das Licht einschalten, aber draußen ist es dunkel und womöglich weht auch kein Wind. Daher sind für den Erfolg der Energiewende Stromspeicher notwendig, die bei Stromüberschuss quasi aufgeladen und bei Bedarf auch wieder entladen werden können. Das Netz selbst kann nicht als Speicher dienen, wie es einst Grünen-Energiexpertin Annalena Baerbock im Gespräch mit Deutschlandfunk (21.01.18) weismachen wollte. Das (noch nicht ausgebaute) Stromnetz kann nur zur Energieübertragung und nicht zum Speichern herhalten.

Bisher dienen u.a. noch schnell einsetzbare (Gas-) Kraftwerke für die Deckung von Verbrauchsspitzen. Aber diese sollen auch irgendwann vom Netz gehen. Deshalb spielen die Energiewende-Spezialisten mit dem Gedanken, auch die Stromverbraucher in die Stabilisierung des Netzes einzubeziehen. Mehr Flexibilität beim Endverbraucher heißt die Devise. Dazu gehören das quasi ferngesteuerte Ein- und Abschalten von Stromverbrauchern im Haushalt. Doch hier scheint die Bereitschaft der Konsumenten noch an ihre Grenzen zu stoßen. Lediglich etwas mehr als jeder Dritte (37 %) könne sich vorstellen, sein E-Auto in das flexible Stromnetzsystem einzubinden. Zwei Drittel (66 %) wären bereit, elektrische Kühlung und Heizung von der Ferne ansteuern zu lassen, wie eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom ergab. Dies jedoch innerhalb des Rahmens einer Stabilisierung und Schonung des Stromnetzes. Mehr als die Hälfte (56 %) der Befragten würden es bevorzugen, den Haushaltsstrom direkt von einem Zusammenschluss mehrerer Photovoltaik-Betreiber zu beziehen.

Abschaltungen sicher – Stabilität auf wackeligen Sockeln

Heute bereits steht das Konzept weiterer Abschaltungen von Kohlekraftwerken in den kommenden Jahren, sowie die von der Bundesregierung beabsichtigte Entschädigung für Gewinnausfälle an die Stromkonzerne. Noch nicht steht das Konzept des Ausbaus der Stromtrassen, insbesondere die zum Transport der Windkraftenergie im Norden zum Süden des Landes. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) begab sich zu diesem Thema erst in den letzten Monaten auf eine mehrmalige Besichtigungstour. Für die bereits heute schon vorherrschende Instabilität des Netzes müssen immer öfter ausländische Stromerzeuger mit helfender Hand eingreifen, wie u.a. Gas-Kraftwerke in Linz, Österreich.

Die Fernsteuerung von Geräten im Haushalt bedarf einer Datenübertragung. Ein „Rundsignal“ für die Freigabe der maximalen Verbrauchsleistung könnte somit das Netz in Handumdrehen lahm legen. So ein Szenario der landesweiten Dunkelheit präsentierte kürzlich Venezuela.


Kosten & Leistungen Rechtsschutzversicherung berechnen

Jetzt den kostenlosen Vergleichsservice nutzen:

Gesetzbücher

  • Umfangreiche Unterstützung im Rechtsstreit
  • Rechtsschutz für die gesamte Familie
  • Inklusive übersichtlichem Leistungsvergleich
  • Rechtsschutz kostenlos vergleichen und beantragen

Rechtsschutzbereich wählen, ein paar Daten, fertig. Online-Tarifvergleich.

Jetzt vergleichen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.