Absturz türkische Lira lässt brodelne Finanzkrise aufflammen


Der jüngste Absturz der türkischen Lira könnte die nie beendete Finanzkrise wieder aufflammen lassen. Der Griff in die Sparerkonten und den Steuertopf zur Rettung weiterer Privatbanken ist bereits erprobt.

In Türkei engagierte Banken könnten ins Trudeln geraten

Rettungsschirm

Finanzkrise lodert erneut auf

Es kriselt wieder in der globalen Finanzwelt. Eigentlich wurde die im Jahr 2009 von den privaten Banken ausgelöste Finanz- und Wirtschaftskrise nie beendet und mit dem Absturz der türkischen Lira kommen die ersten größeren Flammen aus dem ständig lodernden Untergrund wieder hervor.

Die Währung Türkeis ging am Freitag auf dramatische Talfahrt. Eine steile Abwärtstour nach bereits seit Jahren anhaltender Entwertung gegenüber anderen Währungen. Das plötzliche Einbrechen der türkischen Lira riß aufgrund des großen Engagements europäischer Banken den Euro mit in die Tiefe. Betroffen sind auch die Währungen einiger Schwellenländer. Nun steht auch noch die Wirtschaft Türkeis auf der Kippe. Ein Dominostein, der die ohnehin äußerst labile Lage im Euroraum vollends zum Einbrechen bringen könnte. So steht Italien alleine auch ohne „äußere Probleme“ längst auf wackeligen Beinen. Ein ganz anderes Kaliber als das „Dauerkrisenmitglied“ Griechenland.

Der Chef des Münchner ifo Instituts Clemens Fuest sprach im Handelsblatt von einer „klassischen Wirtschafts- und Währungskrise“. Eine Situation, für die es keine einfachen Lösungen gebe. Die Türkei sei nun damit gut beraten, sich Hilfe beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zu holen. Es liege im „Interesse Europas, einen wirtschaftlichen Absturz der Türkei zu verhindern“, so Fuest zur Zeitung. Trozt aller Konflikte sei die Türkei neben einem wichtigen Handelspartner auch ein Nato-Mitglied und auch ein wichtiger Faktor für die politische Stabilität im Nahen Osten.

Nun sei die Situation hochgefährlich, so der ifo-Chef. Es bestehe Grund für massive Sorgen.

Es liegt auf der Hand, dass bei einer Ausweitung der chronischen Finanzkrise wiederum Banken mit ihren Investments aus hochriskanten Krediten ins Wanken geraten werden. Das Verfahren der EU-Kommission und das der Europäischen Zentralbank (EZB) bei derlei Krisensituationen ist inzwischen bekannt. Es wird gehandelt, wie es den Banken am besten zugute kommt, egal ob Regeln gebrochen werden oder nicht. Deshalb würde eine Maßnahme aus kombiniertem „Bail-In“ und „Bail-Out“ nicht überraschen. Der Griff in die Kontoguthaben sowie der Einsatz von Steuergeldern erscheint könnte als „alternativlos“ deklariert werden. Der Europäische Rettungsmechanismus (ESM) ist ohnehin in den Medien in Vergessenheit geraten. Der deutsche Steuerzahler ist (vorläufig) mit 27 Prozent am Volumen des ESM beteiligt.

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