Die Beschlüsse des EZB-Rates zeigen klar, wohin die Reise gehen soll. Entlastung für die Banken zur Verlängerung ihrer Handlungsfähigkeit und erneute Geldschwemme durch Anleihe-Zukäufe. Auf die Konsumenten, Sparer und Arbeitnehmer kommt eine Welle der Enteignung zu.

Ausweichsmöglichkeiten werden voraussichtlich versperrt werden

EZB Frankfurt
EZB-Geldpolitik ausschließlich zugunsten der Banken & Wirtschaftsakteure

Die Europäische Zentralbank (EZB) nach ihrer letzten Ratssitzung nicht gerade gute Beschlüsse für den Konsumenten, Sparer und Anleger verkündet. Unterm Strich standen wie immer die Wirtschaft und deren Akteure im Mittelpunkt und vor allem auf welche Weise ihnen unter die Arme gegriffen werden könnte. Der EZB-Rat tagte das letzte Mal unter dem Noch-EZB-Chef Mario Draghi und servierte der Nachfolgerin Christine Lagarde eine kräftige Steilvorlage. Lagarde ist die ehemalige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), eine Institution aus der gleichen „Familie“ wie die Zentralbanken, und stets darauf bedacht, Kapital und Sachwerte zielgerichtet zu kanalisieren. Bei den Sparern sollten allmählich sämtliche Alarmglocken läuten, denn eine Abkehr von der gegenwärtigen EZB-Geldpolitik wird voraussichtlich nur in Form weitere Lockerungen vollzogen werden.

Entlastung durch Staffelung der Einlagezinsen

Der EZB-Rat beschloss eine Staffelung der Zinsen für das von den Geldhäusern geparkte Geld. Jegliches Kapital, welches die Mindestanforderungen überschreitet, wird ab den 30. Oktober 2019 in Kategorien eingeteilt. So werden z.B. Einlagen, die aus dem Girokontoguthaben der Kunden stammen, gesondert behandelt. Ein Teil unterliegt dem „Strafzins“, ein anderer Teil wird mit 0 Prozent verzinst. Letzteres Kapital erhält dazu noch eine Bewertung mit dem Faktor Sechs. Dieser Faktor gilt zum Start des Staffelzinses und kann vom EZB-Rat je nach Situation angepasst werden. Unterm Strich fällt für die Kreditinstitute somit eine finanzielle Entlastung ab. Kaum anzunehmen, dass die Banken ihren neuen Vorteil an die Kunden weitergeben werden. Die Umkehr von erhöhten Kontoführungsgebühren oder die Rasur der Einlagezinsen wären Beispiele. Letztendlich bringen Banken einen Gewinnanspruch zur Geltung und dieser besteht zu einem Großteil aus Zinsen. Letztendlich haben einige Banken ihre Zinsen bereits kurz vor der EZB-Ratssitzung um ein weiteres Stück abgesenkt.

Erneute Geldschwemme durch Ausweitung Anleihebestände

Eine weitere beschlossene Maßnahme besteht im der erneuten Ausweitung des Wertpapierbestandes der EZB. Die letzten Zukäufe fanden im Dezember 2018 statt und dann war vorerst Schluss. Nun soll der Bestand der gehaltenen Anleihen, Assets und Wertpapiere erneut ausgedehnt werden und dabei will sich die EZB auch im Privatsektor umsehen. Da es offenbar keine Zeit zu verlieren gibt, soll die Ausweitung sofort beginnen. Die Risiken sind wie gewöhnlich vom Eurozone-Steuerzahler zu tragen.

Niedrige Zinsen werden somit bleiben. Im Bundesgebiet spielen neben den Zinsvorgaben der EZB auch die Renditen der dt. Staatsanleihen eine gewichtige Rolle. Diese werfen überwiegend keine Zinsen mehr ab. Im Gegenteil. Die beschönigend als Negativzins bezeichneten Renditen sind quasi Gebühren für das Halten der (vermeintlich) sicheren Papiere. Nullzins der EZB und Negativzins für „Bundesschatzbriefe“ sind die maßgeblichen Vorgaben für die Ausgestaltung der Guthabenzinsen auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten. Hier kann der Sparer in absehbarer Zeit nichts erwarten.

Auf Konsumenten, Sparer und Arbeitnehmer kommt Unheilvolles zu

Zu den weiteren Schritten, wenn auch eher in kleinen und heimlichen Etappen, dürften die Beschränkung von Bargeld sein, mit der finalen Abschaffung. Ab diesem Zeitpunkt hätten die Banken freie Hand, auch für Kontoguthaben ausgiebig Negativzinsen zu verhängen, ohne einen Bankenrun für Kontoräumungen befürchten zu müssen. Auch hier ist Lagarde gut vorbereitet. Der IWF schlug bereits vor, quasi als Übergangslösung auf Bargeld eine Steuer zu erheben, bzw. diesen Betrag gegenüber den Kontoguthaben (Giral-Geld) abzuwerten.

Die Exponentialkurve des Zins- und Zinseszinssystem ist bereits sichtlich in die Phase der annähernd Senkrechten übergegangen. Damit dürften sich auch die Maßnahmen und Ereignisse zur Enteignung der Arbeitnehmer und Konsumenten bald überschlagen.

Kosten & Leistungen Privatpflegeversicherung

Jetzt den kostenlosen Pflegeversicherung-Vergleichsservice nutzen:

Gruppe Spaziergang

  • Tarife gewünschte Leistungen
  • Individuelle Pflegestufen wählen
  • Ausführlicher Tarif- & Leistungsvergleich
  • Kostenloses & unverbindliches Angebot
  • Auf Wunsch individuelle Beratung

Versicherungsdaten, Personendaten eingeben, fertig. Online-Tarifvergleich.

Jetzt vergleichen!

970x250