C&A Money und VW-Bank kürzen Sparbrief-Zinsen

Die Rutschpartie der Zinsen setzt unverdrossen seine Talfahrt fort. C&A Money Bank setzt es der derzeitig öffentlich diskutierten “Glaubensfrage” gleich und beschneidet den Sparbrief auf ein Minimum und die VW Bank dreht den Zinshahn für Sparbrief und Tagesgeld etwas weiter zu.

Sparbriefe Juli 2012

Zins-Schwund bei Sparbriefen

Einst bot der Sparbrief der C&A Money Bank ein breites Spektrum der Laufzeiten zwischen 3 Monaten und 7 Jahren an. Pünktlich zum Wochenende kappte C&A der bunten Vielfalt “oben und unten” eine Menge Auswahl weg. Was übrig blieb erhielt einen “Kurzhaarschnitt”.

Ab dem 20. Juli 2012 stehen für den C&A Money Sparbrief lediglich 1, 2 und 3 Jahre Festzinslaufzeit zur Verfügung. Alle bisherigen Laufzeiten stehen für Neuanlagen nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig rentieren 1 Jahr nur noch mehr mit 0,6% p.a. (vorher 2,1%), 2 Jahre mit 1,1% p.a. (vorher 2,6%) und 3 Jahre mit 1,2% p.a. (vorher 2,8%) Zinsen.

Viel deutlicher kann die “Degradierung” einer Sparanlage nicht mehr verdeutlicht werden. C&A Money sieht sich offenbar zu sehr den Gefahren der unberechenbaren Kapitalmärkte ausgesetzt und zieht sich mehr oder minder vom Parkett zurück. Das Beibehalten der Sparanlage als solche, dient ggf. noch zum Erhalt des Gesamtportfolios. Bereits laufende Sparbrief-Anlagen sind aufgrund der Festverzinsung nicht betroffen und da dürfte auch das Problem liegen. Noch relativ hohe garantierte Zinssätze über Jahre hinweg wirken sich immer belastender aus, je weiter der internationale Zinsmarkt zusammen bricht.

VW-Bank schlägt die ähnliche Richtung ein

Die gleichen Tendenzen, wenn aber nicht derart dramatisch, zeigt die Volkswagen Bank zu ihren Finanzprodukten Tagesgeld und Sparbrief auf. Den Begrif Zinsanpassungen mit Zinssenkungen gleichzusetzen, fällt nicht mehr schwer.

Die beiden Basis-Zinssätze zum Tagesgeldkonto reduzierte die VW-Bank um jeweils -0,2% p.a. Onlinebanking-Kunden erhalten somit 1,20% p.a. und Telefonbanking-Kunden 1,10% p.a. Tagesgeldzinsen. Gleichzeitig lief die bisherige Zinsaktion zum Plus Konto TopZins aus und erhält eine Neuauflage mit dem reduzierten Zinssatz von 2,0% p.a. Um 0,3% weniger als vorher, aber dafür ebenfalls garantiert, mit der Neu-Tranche bis zum 15.01.2013.

Der VW-Bank Sparbrief sieht ab dem 20.07.2012 zwar noch aus wie vorher, dafür etwas erblasst. Zinskürzungen über alle Laufzeiten hinweg um überwiegend -0,2%. Lediglich die mittel- bis langfristigen Anlagen von 6 bis 10 Jahren erhielten mit 0,1% Abzug eine Schonung.

Es wird so weiter gehen

Die Ursachen für den Zinsverfall sind hinreichend bekannt, “die Euro-Krise”. Die Details hingegen werden sorgsam im Dunkeln gehalten und von der Öffentlichkeit auch kaum hinterfragt. Dennoch liegt es ganz offensichtlich auf der Hand, wer u.a. die jüngst vom Budnestag durchgewinkte 100 Mrd. Finanzspritze an Spanien bezahlen darf. Das Argument “ist nur Buchgeld und eine Garantie” darf nicht so einfach stehen gelassen werden. Das reale Barguthaben der Privatsparer steht in der Menge zum verbuchten Guthaben in einer extremen Diskrepanz.

Die als “einfache Garantie” beschriebenen Hilfspakete an die insolventen Banken und Länder der EU, sind ganz reale Nachteile für Sparer und Privatanleger. “Einer muß eben doch dafür gerade stehen” und das sind eben die Sparguthaben der Bürger. Weniger Zinsen zu erhalten als die beständige Teuerungsrate (und viel geringer als die noch versteckte Inflation), kommt unterm Strich einer Entnahme vom Guthabenkonto gleich.

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