Monsanto Glyphosat: US-Jury entschied Gegenteil von WHO


Gegen den Pharma-Riesen Bayer und seinen Aktionären erfolgte ein derber Schlag. Die Jury eines US-Gerichts hält das von Monsanto hergestellte und vertriebene Glyphosat als krebserregend. Ganz im Gegensatz zur Ansicht der WHO.

Monsanto könnte Bayer in den Abgrund ziehen

Pestiziede

Mit Monsanto-Übernahme kam Startschuss für Prozesswelle

Mit dem Urteil der Jury des Bundesbezirksgerichts in San Francisco wurden die Bayer-Aktionäre, die bisher offenbar an der Version der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festhielten, abgewatscht. Während die WHO im Mai 2016 das Pflanzenschutzmittel Glyphosat nach langem Hin und Her als nicht krebserregend einstufte, kam die Jury des Bundesbezirksgerichts zum konkreten Fall eines Klägers zu einer gegenteiligen Einschätzung. Der Kläger Edwin Hardeman erkrankte an Lymphdrüsenkrebs und machte vor allem das von der jetzigen Bayer-Tochter Monsanto hergestellte und vertriebene Glyphosat verantwortlich. Die sechsköpfige Jury stimmte einstimmig dafür, dass dieses Pflanzenschutzmittel durchaus einen wesentlichen Faktor für die Krebserkrankung des Klägers darstelle.

Die EU-Kommission richtete sich offenbar nach der Einschätzun der Weltgesundheitsorganisation und erteilte Monsante eine weitere Genehmigung für den Verkauf von Glyphosat im EU-Raum. Der deutsche Vertreter des „Entscheidungs-Gremiums“ war sich seiner Sache derart sicher, dass er auf eigene Faust grünes Licht für die Freigabe der Verlängerung signalisierte.

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Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) genehmigte die erneute Freigabe von Glyphosat ohne dem Segen der Bundesregierung. Seine Entscheidung habe nicht der Weisungslage entsprochen. Weitere Konsequenzen blieben nach einigen verbalen Rügen jedoch aus. Monsanto erhielt die Genehmigung für weitere 5 Jahre.

Die Aktionäre des Bayer-Konzerns fühlten sich offenbar auf der sicheren Seite und erhielten heute eine eiskalte Dusche. Die Bayer-Aktie rutschte nach dem Bekanntwerden des Jury-Urteils um satte 12 Prozent ab. Der von so manchen Medien angegebene um rund 8 Milliarden Euro vernichtete Börsenwert stimmt zwar nominal, ist aber angesichts der aufgeblähten Börsenmärkte lediglich ein Preis und kein repräsentativer, geschweige realer Wert.

Prozesswelle war wohl bis Monsanto-Übernahme in Warteschleife

Die nun getroffenen Anteilseigner hielten auch an der Bayer-Aktie fest, obwohl schon kurz nach der Übernahme von Monsanto durch Bayer für rund 62 Milliarden US-Dollar klar wurde, wohin die Reise gehen sollte. Als wenn geradezu auf den Abschluss des Big-Deals gewartet wurde, hielt sich ein US-Gericht mit dem Urteil in einem anderen Fall zurück, um just nach der perfekten Übernahme dem Kläger ein Schadenersatz zuzusprechen. Das Gericht sprach dem Kläger insgesamt 289 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu. Inzwischen sind in den verschiedenen US-Gerichten sage und schreibe rund 11.200 Klagen gegen Monsanto, sprich Bayer eingegangen. Wird das nach der Jury-Entscheidung wohl folgende Urteil als Präzedenzfall behandelt, dann werden die von Bayer für die Prozesswelle zurückgelegten Gelder kaum ausreichen, um weitere Urteilssprüche gegen das nun als krebserregend deklarierte Glyphosat verkraften zu können. Es wird in die Substanz und somit um das Überleben des Pharma-Riesen gehen.


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