Einstürze an Börsen zeigen fatales Szenario für Altersvorsorge


Mit den gegenwärtigen Einstürzen an den internationalen Handelsplätzen der Finanzmärkte ist ein mögliches fatales Szenario nach einer erzwungenen Marktteilnahme für die private Altersvorsorge durchaus greifbar. Allerdings wäre dies der goldrichtige Weg, um die begehrten Vermögen der Privathaushalte und des Mittelstandes umfänglich abzugreifen.

Verbraucherschützer plädieren für “Risiko” bei Altersvorsorge

Altersarmut

Das Wohl der Rentner liegt letztendlich nur bei deren abgreifbaren Vermögen

Mit der Ausbreitung des Coronavirus ist es still geworden um die Visionen einer Aktien-basierten Altersvorsorge. Daher scheinen auch die ununterbrochenen Schlagzeilen rund um den neuartigen Krankheitserreger eine willkommene Verdrängung des Themas Altersvorsorge über die Teilnahme an den spekulativen Märkten zu sein. Die weitgehende Abschaffung von Garantieleistungen einer Renten- oder Lebensversicherung wurde bereits vor Jahren im Zuge der “Finanzkrise” und fallenden Zinsen eingeläutet. Doch der Aufbau der privaten Rentenversorgung über die Finanzmärkte würde die heutigen Arbeitnehmer mehr oder weniger zu unfreiwilligen Spekulanten mit unkalkulierbarem Ende werden lassen.

Vertreten wird die These einer börsenorientierten Altersvorsorge u.a. vom CDU-Politiker Friedrich Merz. Sein vermeintlich politischer Widersacher und derzeitiger Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) scheint dieser Idee nicht abgeneigt zu sein, da seine Expertise auf den steuerlichen Abgriff von Börsenaktivitäten abzielt. Seine geplante Finanztransaktionssteuer (eigentlich simple Umsatzsteuer für Finanzmärkte) nimmt vor allem den Aktienhandel ins Visier, welcher bei einer womöglich erzwungenen Teilnahme der künftigen Rentner am Börsenhandel einen lebhaften Aufschwung bescheren würde. Im Gegenzug will Scholz dafür die “Bigplayer” im Derivate- und Devisenhandel ungeschoren davonkommen lassen.

Inzwischen werden die jüngsten Niedergänge an den Börsen als die schwersten Einstürze seit Jahrzehnten bezeichnet. Eine erst vor 2 Wochen im Aktienmarkt gestartete Altersvorsorge hätte dem Kunden bzw. dem Versicherungsunternehmen empfindliche Einbußen eingebracht. Diese gilt es erst wieder zu kompensieren, um mit weiterhin verbunden Augen auf ein Plus in der fernen Zukunft hoffen zu können. Das Finanzamt würde stets als Gewinner hervorgehen, da auch ein evtl. vom Fondsmanager vorgenommener Abverkauf und anschließender Neueindeckung günstiger Papiere stets mit Steuern behaftet wären. Auf den zukünftigen Rentner wartet ohnehin eine “nachgelagerte Rentenbesteuerung”, sofern sein Einkommen die Schwelle des Existenzminimums überschreitet.

Das Getummel an den Börsenplätzen ist sogar dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nicht mehr ganz geheuer. Zwar sei es lt. GDV richtig, dass Konsumenten für Renditen ins Risiko müssten, aber angesichts der derzeitigen Entwicklungen wegen der Corona-Krise sei das “gute Maß, der Abgleich zwischen Garantie und Risiko” gefragt.

Versicherer zeigen sich eher zurückhaltend

Der Vorsitzende der GDV-Geschäftsführung, Jörg von Fürs­ten­werth, hält Aktien für die Altersvorsorge nur bedingt für geeignet. Er werde nervös, wenn die Debatten “um Reformen der privaten Altersvorsorge Vorschläge laut werden, Garantien ganz abzuschaffen und in der Altersvorsorge zu 100 Prozent auf Aktien zu setzen”. Diese Vorstellung setzt allerdings auch die Vorstellung vermeintlicher Verbraucherschützer in ein schräges Licht. So erklärte Dorothea Mohn, Altersvorsorge-Referentin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) lt. FAZ, dass Garantien keinen Sinn ergäben, sondern “Verbraucher” ins Risiko gehen müssten. Daher müsse der “Verbraucher” in seiner Ansparphase für die zusätzliche Rente fast ausschließlich auf Aktien setzen. Diese Aussage sollte Dorothea Mohn zum aktuellen Stand eigentlich nochmal wiederholen.

Notenbanken verdeutlichen hilfloses Rudern

Wie es um die Aktien- sprich Finanzmärkte tatsächlich bestellt ist, lässt sich bereits an den verzweifelt anmutenden Aktionen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) erahnen. Nicht Milliarden- sonder Billionenbeträge werden aus dem Nichts geschaffen und in die Finanzmärkte gespült. Aktien sollten eigentlich den Wert des herausgebenden Unternehmens widerspiegeln. Doch dieser Zusammenhang hat sich in den bisher eingesetzten Geldfluten längst vollkommen aufgelöst. Die Aktienpreise sind aufgebläht aufgrund der massiven Liquidität der Marktteilnehmer. Das viele (Fiat-) Geld will irgendwo möglichst mit hohen Renditen angelegt werden. Die systembedingt stets drehende Spirale kommt allerdings immer schneller auf höhere Touren. Ein Zurück erscheint ausgeschlossen. Sollte es aber das Ziel sein, die in den Händen der Haushalte und im Mittelstand befindlichen Billionen-Beträge abzugreifen, dann könnte der derzeit gefahrene Kurs sogar “goldrichtig” sein.

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