EZB-Geldpolitik definitv gescheitert – Finanzmarkt-Akteure sind Gewinner


Die EZB-Geldpolitik der niedrigen Zinsen ist definitiv gescheitert. Definitive Gewinner sind die Finanzmärkte und deren (vermögenden) Akteure. Eindeutige Verlierer sind die Sparer und kleine sowie institutionelle Anleger für die Altersvorsorge. Ein Ende der Abwanderung des Geldes von unten nach oben ist noch längst nicht in Sicht.

Die erklärten EZB-Ziele sind völlig verfehlt worden

EZB

EZB Krisen-Experiment oder bewusste Umverteilung?

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) scheint – gelinde ausgedrückt – hinten und vorne nicht aufzugehen. Vorausgesetzt die Belebung der Konjunktur durch eine erhöhte Kreditvergabe und die Abwehr einer drohenden Deflation sind vom EZB-Chef Mario Draghi nicht nur als Ziele erklärt, sondern sie werden auch tatsächlich verfolgt.

Besteht jedoch die EZB-Geldpolitik darin, innerhalb der Eurozone, vordergründig in den “reichen” Mitgliedsländern, den Graben zwischen Arm sowie Mittelstand auf der einen Seite und Reich sowie Superreich auf der anderen Seite noch tiefer, breiter, unüberwindlicher auszugestalten, dann befindet sich die Notenbank auf dem idealen Weg.

Nachdem die Zinsen bereits auf historischem Tiefpunkt verweilen und der Leitzins nur noch symbolische 0,05% repräsentiert, gingen der EZB nach fortgesetzter Unwirksamkeit die halbwegs konventionellen Mittel aus. Im März startete das Anleihekaufprogramm mit einem Volumen von 1.024 Milliarden Euro. Bis zum September 2016 sollen jeden Monat 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte gespült werden. Das nach wie vor erklärte Ziel: “Belebung der Wirtschaft, nachdem die Banken angefangen haben, der Realwirtschaft Kredite zu vergeben”.

Während das Münchner ifo-Institut Monat für Monat von geringeren Kredithürden in Deutschland spricht, scheinen die Banken jedoch keinerlei Lust für die Kreditvergabe an die Unternehmen zu verspüren. Zumindest zeigte die Statistik für den Februar, dass die Geldhäuser innerhalb des Euroraumes um 0,1% weniger Kredite an Unternehmen und Privatpersonen vergaben als im Februar vom Vorjahr.

Ganz nebenbei ist die EZB nicht in der Lage, die maroden Unternehmen in den Euro-Südländern so auf Vordermann zu bringen, dass sie auf der einen Seite überhaupt Investitionen wagen wollen und auf der anderen Seite genügend Bonität aufweisen, um nicht von den Banken als “Hochrisiko” abgelehnt zu werden. Zusätzlich sind die Kreditzinsen derart niedrig, dass die Investition der willkommenen Geldschwemme an den (virtuellen) Finanzmärkten doppelt und dreifach lohnt. Die Banken haben nur sehr wenig Anreiz, um dem einigermaßen soliden Handwerksbetrieb mit einem Kredit auf die Sprünge zu helfen.

Damit ist zumindest das Scheitern der Niedrigzinspolitik der EZB eindeutig belegt. Die Auswirkung des im März gestarteten Anleihekaufprogramms konnte schon im Laufe des Februars erahnt werden. Kaum war der Beschluss zum Start des Kaufprogramms ausgesprochen, jubelten die europäischen Aktienmärkte in höchsten Tönen. Alleine die Erwartungshaltung auf die kommende Geldschwemme ließ die Werte an den Börsen nach oben schnellen. Einen weiteren Schub erlebten die Handelsplätze, nachdem Mario Draghi am 01. März auf den Startknopf der Notenpresse drückte. Der DAX jagte einem Rekord nach dem anderen nach.

Profiteure der Notenbank-Geldpolitik sind zweifelsohne die Teilnehmer an den (virtuellen) Finanzmärkten. Eindeutige Verlierer sind einfache Arbeitnehmer, Sparer, Kleinanleger, Familien, Rentner und ganz besonders Arbeitslose. Während das kleine Hab und Gut auf den Sparkonten real wegschmilzt und die künftigen Renditen sowie Leistungen der bereits seit Jahren bedienten Altersvorsorge bröckeln, brauchen sich die überwiegend vermögenden Finanzmarkt-Akteure nur zurückzulehnen, um den Gewinnen auf ihren Depots beim Wachsen in aller Ruhe mitzuverfolgen.

Unterstützung erhält diese Schieflage “natürlich” von der Politik. Leistungsloser Vermögenszuwachs, z.B. durch Zinsen bzw. Renditen, wird pauschal zu 25 Prozent besteuert. Wer für sein Einkommen einer (produktiven) Arbeit nachgehen muss, braucht nur das Netto dem Brutto gegenüber legen. In der Regel reicht schon der Vergleich der Einkommenssteuer mit der Kapitalertragssteuer aus, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wer die Nutznießer des im Jahr 2014 auf 3,4 Billionen Euro (netto) angewachsenen Privatvermögens in Deutschland sein könnten.

Das EZB Anleihekaufprogramm ist noch gar nicht richtig durchgestartet. Ob die angepeilten 60 Mrd. Euro pro Monat überhaupt mangels willige Anleihe-Verkäufer an den Mann gebracht werden können, muss sich erst noch herausstellen. Andernfalls müssten sich die Verantwortlichen in Brüssel und Frankfurt neue Varianten der “alternativlosen” Maßnahmen einfallen lassen.

Mit deutschen Sparern ist sehr gut Kirschen essen

Fakt ist auch: “Deutsche Sparer sind unbewegliche Gewohnheits-Muffel”. Sicherheit geht vor und das gilt auch für die Sparanlage. Offensichtlich sind die mickrigen Zinsen bei Tagesgeldanlagen oder gar klassischen Sparbüchern noch nicht verlustreich genug, um den Privatanleger zu einer alternativen Geldanlage mit höheren Renditechancen zu bewegen. Das Prinzip, “Geld zur Bank bringen und einfach machen lassen”, funktioniert heute nach wie vor, aber die Geldhäuser zeigen sich weit weniger dankbar als noch vor gut fünf Jahren. Dennoch scheinen die Privatanleger die Nullzinsen oder gar realen Verluste als eine Art “Kontogebühr” zu akzeptieren. Hauptsache Einlagensicherung von mindestens 100.000,- Euro (allerdings ohne rechtlichen Anspruch).

Die Kapitalanlage oder das Mitmischen an den Börsenplätzen ist übrigens kein exklusives Monopol der Vermögenden. Das Depot einer Direktbank, z.B. für einen schrittweisen Vermögensaufbau mit einem Fondssparplan, ist in der Regel kostenfrei und es werden nur in wenigen Fällen Mindesteinlagen verlangt (z.B. Broker).

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