EZB versalzt die Finanzmärkte und übersäuert die Sparer


Zuerst die Altersvorsorge und nun die Bankeneinlagen. Mit den Maßnahmen der Bundesregierung sowie der EZB ist die Enteignung der Sparer und Anleger zwischen kurz- und langfristiger Sicht abgedeckt. Die Euro-Zentralbank scheint die Finanzmärkte nun endgültig zu versalzen.

Programm Eurozone: Flutung der Finanzmärkte und Schröpfung der Sparer

Sparen

Zinsen werden noch weiter fallen

Schöne neue Sparerwelt in Deutschland und in der “Rest-Eurozone”. Mit der neuen Maßnahme in ihrer Geldpolitik hat die Europäische Zentralbank (EZB) das Kind wohl endgültig in den Brunnen fallen lassen. Neben abgesenkten Leitzinsen auf breiter Ebene wurde der Einlagezinssatz für das bei der Zentralbank eingelagerte Kapital der Großbanken mit einem Minuszeichen versehen. Der “gefürchtete” Negativ-Zinssatz, bzw. “Strafzins” wurde zur Realität und feiert sein Debüt mit -0,1%.

Finanzexperten abermals von der EZB überrascht

In dieser Runde der Ratssitzung überraschte EZB-Chef Mario Draghi die Experten in der Finanzwelt abermals. Nachdem die “Erwartungen” einer Leitzinsabsenkung in den vergangenen EZB-Ratssitzungen nicht erfüllt wurden, schoss Draghi am gestrigen Donnerstag weit über die Ziellinie hinaus.

Der geläufige Leitzins alias Hauptrefinanzierungszinssatz wird zum 11.06.2014 von derzeit 0,25% auf 0,15% abgesenkt. Der bisher auf der glatten Null gelegene Einlagenzins für Banken wird um 0,1 Prozentpunkte in den Minusbereich verschoben.

Die “Überfüllung aller Erwartungen” kommt jedoch von 400 Milliarden Euro aus Draghis “Notenpresse”. Dieser Betrag wird den Banken zu spottgünstigen Konditionen bereitgestellt, vordergründig den am meisten wankenden Geldhäusern der Euro-Südländer. Dazu zählt auch das wirtschaftlich schwergewichtige Italien.

Noch mehr Geld in den Finanzmärkten und der “Strafzins” für Geldeinlagen bei der EZB sollen die Kreditinstitute endlich dazu bewegen, Ihr Kapital an die reale Wirtschaft weiter zu reichen. Doch die Aussichten sind trübe. Die Banken schoben ihr Überfluss an Geld bisher schon an die Handelsplätze, anstatt dem Mittelstand einen Kredit zu mickrigen Zinsen zu vergeben. Die (scheinbaren) Werte des Aktienhandels werfen ein Vielfaches ab. Die aufgeblähten Märkte sind ein Resultat des billigen Geldes und mit dem gestrigen Zinsentscheid wurde der DAX gleich mal über die 10000 gehoben. Warum sollten sich die Kredithäuser plötzlich um die Realwirtschaft kümmern wollen?

Sparer bezahlen den Preis für die Banken- und Eurorettung

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Zinsen für die Spareinlagen sind der Preis. Es gab bisher schon ein Überangebot von Kapital und nun reißt Mario Draghi die Geldschleuse noch weiter auf. Eine einfache Rechnung. Die Zinssätze für das Ersparte werden noch tiefer fallen. “Glück im Unglück”: Die Inflation bewegt sich in der Eurozone noch auf einem sehr geringen Wert, zuletzt bei 0,5% im Mai 2014. Damit ist der Geldwertverfall auf dem Sparkonto noch nicht über Maßen ausgeprägt.

Doch ausgerechnet die niedrigen Teuerungsraten in der Währungsgemeinschaft veranlassten Mario Draghi zur Kampfansage. Das Wunschziel liegt bei knapp 2,0% Inflation und ob die Zinssätze für Sparanlagen im angemessenen Zeitabstand nacheilen werden, ist so gut wie ausgeschlossen. Es gilt die bankrotten Geldhäuser und die dadurch hoch verschuldeten Euroländer zu retten. Angesichts der Haushaltsschulden und noch immer ausgeprägten Defizite kann sich das Thema Zinsanhebungen zu einer “unendlichen Geschichte” ausdehnen. Bis dahin ist eine “finale Implosion” der Währungsgemeinschaft sogar wahrscheinlicher.

Erst vor zwei Tagen beschloss die Bundesregierung die umfangreichen Leistungskürzungen bei Lebensversicherungen, gestern legte die EZB mit künftigen Renditeschrumpfungen bei Bankeinlagen nach. Die Enteignung der Anleger und Sparer ist somit im vollen Gange.

Angesichts der zu erwartenden Zinsabstriche ist ggfs. schnelles Handeln notwendig. Eine Festzinsanlage bringt die aktuell gültigen Zinssätze über die gesamte Laufzeit hinweg auf eine feste Basis.


Tarifomat24.de

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