Die einsamen 4 Jahre Festgeld der VTB Direktbank

Die heutige Festgeldänderung durch die VTB Direktbank, eine Tochter der VTB Austria, läßt die 4-jährige Festzinslaufzeit einsam in der Rendite-Landschaft zurück. Bei den umfangreichen Senkungen um durchschnittlich minus 0,3% wurde die mittelfristige Anlage außen vor gelassen.

VTB Direktbank

VTB Direktbank Festgeld

Als wenn die 4-jährige Laufzeit schlicht vergessen worden wäre, kürzt die VTB Direktbank die Festgeldzinsen bei beinahe alle Laufzeiten zwischen 1 und 10 Jahre. Die ehemalige “Top-Zinskette” von 3,60% p.a. für 4 bis 10 Jahre wurde in Stücke geschnitten.

Damit ergibt sich ein Austausch von Festgeldlaufzeiten und den erreichbaren Maximalzinsen. 3,60% p.a. bildet nach wie vor der Höchst-Zinssatz, allerdings überlassen an der 4-Jahres Laufzeit. Laufzeiten darunter und darüber rentieren ab dem 03. Juli 2012 deutlich weniger.

“Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste”

Nachlässigkeit kann man der VTB Direktbank sicher nicht vorwerfen. Es handelt sich offenbar viel mehr um kalkulierte Vorsicht. Auf der einen Seite hätte ein zu starkes Absenken der Zinssätze zum Anfang Juli die Konsequenzen von Wettbewerbsnachteilen gegenüber den Mitbewerbern, andererseits scheint das 4-Jahres Festgeld mit dem notierten Zins noch im vertretbaren Risikobereich zu den dynamischen Zinsentwicklungen liegen.

Aus den kürzeren Laufzeiten ist derzeit nicht viel mehr heraus zu holen. Mit 2,50% p.a. für die 1-jährige Laufzeit steht die VTB Direktbank allerdings noch lange nicht als das Schlusslicht in der Festzinstabelle.

Mit dem Absenken der Zinsen zwischen der 5- und 10-jährigen Anlagen schließt sich die Direktbank den Negativausblicken der Märkte an. Alleine eine völlig ungewisse Zinsmarktentwicklung über diesen Zeitraum würde die Risikominimierung rechtfertigen. Leider zeichnen sich klare Konturen einer Rezession ab. Das letzte Wort auf europäischer Ebene ist noch nicht gesprochen, aber die (befürchteten) Ergebnisse werden beinahe schon als gegebene Tatsachen behandelt.

Nachdem sich die VTB Direkt im letzten Monat als österreichische Bank dem deutschen Fußball durch eine Zinsaktion zur EM sehr “solidarisch” zeigte, ist die Zinssenkung so kurz nach dem Endspiel ein Nachhall vom vorzeitigen Ausstieg der deutschen Elf.

Es wird leider so weiter gehen

Die VTB Direktbank ist als Geschäftsbank für Privatkunden den Marktbedingungen ausgeliefert. Der Real-Markt unterliegt den Gesetzmäßigkeiten der Investmentbanken und ihren virutellen Werten. Von Möglichkeiten der Zinsmanipulationan á la Libor-Skandal ganz zu schweigen.

Das größte Interesse einer Geschäftsbank ist der Gewinn von Kunden und (natürlich) sein mitgebrachtes Real-Kapital. Zu hohe Zinsen wirkten verlockend, würden jedoch das Ziel der Kapitalaufstockung sowie die gebotenen Sicherheiten für die Anleger gefährden. Zu niedrige Zinsen wirken schlicht unattraktiv und bringen viele Kunden nicht aus ihren Reserven.

Aus diesem Grund verlangt der schmale Grat eine Menge Fingerspitzengefühl. Ein gesunder Kompromis muß gefunden werden, der den Bedürfnissen der Kunden gerecht werden kann und das Potenzial der Bank nicht überfordern darf. Die beinahe täglich neuen Vorgaben aus der Finanzwelt Europas verschieben die Parameter aufs Neue und zwingen die Banken zum Austarieren der geeigneten Mittelwege.

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