Höhere Entgelte von Banken als Ersatz entgangener Zinsgewinne


Die Gebühren für Finanzdienstleistungen werden die Banken und Sparkassen voraussichtlich weiter anheben. Die Haupteinnahmequelle Zinsgewinne ist versickert. Höhere Entgelte an einer anderen Stelle als Ersatz für Zinseinnahmen aus dem „Nichts“ vergebener Kredite sind allerdings „das Normalste auf der Welt“.

Aufwandsgerechte Preise als Ersatz für Zinsgewinn-Gewohnheitsrecht

Raffgier

Banken haben ein Vorrecht auf ihre Erträge

Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin zeigt Verständnis für die Kreditinstitute. Den Banken und Sparkassen bleibe aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen nichts anderes übrig als die Gebühren bzw. Entgelte für Finanzdienstleistungen anzuheben.

Letztendlich müsse der Kunde eben höhere oder neue Gebühren akzeptieren, wenn dieser seine Geldgeschäfte mit einer gesunden Sparkasse oder Bank abwickeln möchte. Wenn alte Ertragsquellen versiegen, dann müsse das Institut „aufwandsgerechte Preise“ verlangen, so Felix Hufeld, Präsident der Finanzaufsicht Bafin. Dieses Vorgehen sei „das Normalste auf der Welt“ und gelte für jedes Unternehmen, das den Veränderungen ausgesetzt ist. Der Druck auf die Geldhäuser könne mit dem Nachlassen der Konjunktur sogar noch weiter ansteigen.

„Je länger es dauert, desto stärker belastet es die ohnehin schwache Ertragslage der deutschen Banken – vor allem der Häuser, deren Hauptertragsquelle der Zinsüberschuss ist“, so Hufeld zum Niedrigzinsumfeld.

Die Hauptertragsquelle der Banken sind also der Zinsüberschuss aus vergebenen Krediten. Woher kommt das Geld für die an Kunden vergebene Kredite? Die Deutsche Bundesbank hat mit ihrem Monatsbericht April 2017 mit einem Irrglauben aufgeräumt. Das vergebene Kredit-Kapital stammt nicht aus Einlagen der Kunden, sondern aus dem Nichts(!).

Zur Geldschöpfung schrieb die Bundesbank folgendes:

„Die Buchgeldschöpfung ist das Ergebnis eines Buchungsvorgangs: Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, verbucht sie die damit verbundene Gutschrift für den Kunden als dessen Sichteinlage und somit als eine Verbindlichkeit auf der Passivseite ihrer Bilanz. Dies widerlegt einen weitverbreiteten Irrtum, wonach die Bank im Augenblick der Kreditvergabe nur als Intermediär auftritt, also Kredite lediglich mit Mitteln vergeben kann, die sie zuvor als Einlage von anderen Kunden erhalten hat.“Hier zum Nachlesen

Somit ist die Haupteinnahmequelle für die Banken der Zins für Geld aus dem „Nirgendwo“ (Buchgeld / Giralgeld) und da dieses Gewohnheitsrecht aufgrund des Niedrigzinsumfeldes unterboten wird, müssen die Kunden eben auf eine andere Weise ihr aus produktiver Arbeit erwirtschaftetes Geld abdrücken.
Eben „das Normalste auf der Welt“.

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