Verbraucher sind zu hohen Dispozinsen nicht hilflos ausgeliefert


Das Leben auf dem Land ist in der Regel günstiger als im Umfeld einer Metropole. Doch sobald über das “Maßvolle” hinaus gewandelt wird, kann ein überzogenes Girokonto bei einer “Großstadt-Bank” durchaus geringere Dispo-Kosten verursachen als bei der ländlichen “Klein-Filiale” gleich neben dem “Tante-Emma-Laden”.

Filialbanken auf dem Land nutzen offenbar die vermeintliche Abgeschiedenheit

Wucherpreise

Wenn ein vermeintlicher Vorteil genutzt wird...

Mit den ständig absinkenden Zinsen in den Finanzmärkten, steigt gleichzeitig die Kritik an den scheinbar hochgehaltenen Zinssätzen für Konsumenten- und ganz besonders Dispo-Kredite. Schon seit über einen Jahr werden die von Banken erhobenen “Dispogebühren” an den Pranger gestellt. Der Bundesdurchschnitt liegt deutlich über 10 Prozent.

Das Magazin Finanztest von Stiftung Warentest hat mehr als 1.500 Kreditinstitute untersucht und deren Dispozinssätze genauer unter die Lupe genommen. Das Fazit überrascht nicht, “die Dispozinsen sind zu hoch”. Die Spitze wird bei 14,75% markiert.

Die Kreditinstitute können bezüglich Dispo-Konditionen jedoch nicht in einen gemeinsamen Topf geworfen werden. Der untere Punkt aller festgestellten Dispozinsen liegt bei 4,2%. Darüber hinaus liegen die Zinssätze bei zahlreichen Kreditinstituten deutlich unter den “vertretbaren” 10%.

Förmlich aus der Reihe getanzt sind bei der Untersuchungsreihe die Filialbanken im ländlichen Umfeld. Offenbar scheint eine quasi Monopolstellung in abgeschiedener Region zu Verschiebungen beim Vernunftgedanken zu führen. Die Kosten für das überzogene Konto sind bei den kleinen “Land-Banken” deutlich höher als beim Geldhaus mitten in der Stadt.

Verbraucher haben beim Girokonto freie Wahl

Doch eigentlich sind die Verbraucher dem Girokonto-Angebot auf dem Lande längst nicht mehr “auf Gedeih und Verderb” ausgeliefert. Direktbanken bzw. Filialbanken mit Online-Konten sind auf dem Land ebenso einfach zu erreichen wie in der City. Voraussetzung ist lediglich ein Internetzugang. Die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken bieten Online-Banking ebenfalls an, jedoch oftmals als eine “komfortable Extraleistung” die auch extra kostet. Die Kontoverwaltung bei Internetbanken erfolgt entweder über direkten Zugang über die Webseite oder komfortabler mit einer Homebanking-Software, die dazu gleich die komplette Verwaltung samt Statistiken mitbringt.

Dass es anders gehen kann, zeigen bereits zahlreiche Kreditinstitute, die nur über ein schlankes oder überhaupt kein Filialnetz verfügen. Der Kostenfaktor Personal und Immobilienunterhalt schlägt meist auch auf die weitaus günstigeren Dispo-Konditionen durch. Wer als Kunde die “Hausbank” ohnehin nur bei Gelegenheit aufsucht und vielleicht sogar noch Gebühren für die “Extra-Leistung Homebanking” aufzubringen hat, kann getrost Ausschau nach einer günstigeren Alternative halten.

Neben deutlich geringeren Dispozinsen kommen u.a. auch eine kostenfreie Kontoführung und sogar Zinsen für das Kontoguthaben mit dazu. Für den Bargeldbezug sorgen in der Regel die zum Online-Konto gehörende ec-Karte und eine Kreditkarte. Einsetzbar am nächsten Bankautomaten. Welche Direktbank in Frage käme, ist mit einem Blick auf die Dispokosten bzw. Girokonto-Konditionen schnell herausgefunden.


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