Boomender Kreditmarkt – Erste Sorgen über das Ausmaß


Die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen und Privatpersonen boomt und hat inzwischen ein derartiges Ausmaß erreicht, dass die ersten Finanzmarktexperten ihre Sorgen über die kommende Entwicklung äußern.

Volumen der Unternehmenskredite ist auf 1,2 Billionen Euro gestiegen

Schulden

Mehr Kredite sind auch mehr Schulden

Die Ausmaße der Kreditvergaben an Unternehmen und Privatpersonen führen zu einem „Unwohlsein“ zahlreicher Finanzmarktexperten. Inzwischen habe das Kreditvolumen den Stand von vor dem Ausbruch der Finanzkrise erreicht, wie Handelsblatt (Mittwoch) berichtete. Solange die Wirtschaft rund läuft, stellen die vergebenen Darlehen kein großes Problem dar, aber sobald die Konjunktur stockt, könnten die ersten Banken ins Schludern geraten.

Bei den Kreditvergaben üben sich die Geldhäuser nicht gerade in Zurückhaltung. Es herrscht ein harter Wettbewerb vor. „Das Firmenkundengeschäft in Deutschland ist aktuell nicht nur wettbewerbsintensiv, es herrschen Kampfkonditioinen „, so Cornelius Riese, Finanzchef der DZ Bank. Die derzeitige Praxis könne nicht auf Ewig so weitergehen. Zu einem Zeitpunkt werde die Krise beginnen, in der es vermehrt zu Firmen-Insolvenzen komme. Damit steigen auch die Risiken der Banken weiter an.

Im Juni 2018 lag der Bestand an Unternehmensdarlehen auf Jahressicht um 6,5 Prozent höher, so die dem Handelsblatt vorliegenden Daten der Investmentbank FCF Fox Corporate Finance. Der langfristige Durchschnitt der jährlichen Anstiege bei Kreditvolumen liegt demnach seit 2004 bei gerade mal 0,8 Prozent. Das Volumen der vergebenen Kredite hat inzwischen die Marke von 1,2 Billionen Euro erreicht. Gleichzeitig schrumpfte die durchschnittliche Marge für Unternehmenskredite auf 1,41 Prozent.

Ist das nicht der Wunsch-Zustand der EZB?

Es läuft doch alles wie gewünscht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte die Zinsen auf Null bzw. auf Negativ, um damit explizit die Konjunktur durch erhöhte Kreditvergaben an die Realwirtschaft zu befeuern. Niedrigzinsen und rund 2,6 Billionen durch Anleihekäufe in die Märkte gepumpte Euro haben ihre Wirkung scheinbar nicht verfehlt. Ein zweiter „Wunsch-Parameter“ der EZB ist die jährliche Inflation im Bereich von knapp 2 Prozent. Diese Marke ist zumindest in der deutschen Wirtschaftszone innerhalb des Euroraumes seit Mai 2018 übererfüllt.

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