Bundesregierung hilft Banken: Eile für Immobilienkredit-Kunden geboten


Die Bundesregierung hilft den Banken für einen Immobilienkredit aus der Patsche. Der Möglichkeit, die Verträge mit fehlerhaften Widerrufsbelehrungen zu jeder Zeit auflösen zu können, wird ein Ende bereitet. Die betroffenen Kunden sind zur Eile geboten.

Ansprüche auf Rückzahlungen aus Immobilienkredit werden ausgemerzt

Finanzmarktrettung

Für Kreditnehmer bleibt nur wenig Zeit

Die Banken erlaubten sich bei der Anfertigung ihrer Geschäftsbedingungen und AGBs für einen Immobilienkredit kräftige Schnitzer und nun eilt ihnen die Bundesregierung tatkräftig zur Hilfe. Zwischen den Jahren 2002 und 2010 sind zahlreiche Verträge für einen Immobilienkredit abgeschlossen worden, die unzureichende bzw. fehlerhafte Belehrungen über das Widerrufsrecht enthalten. Eine Frist kommt erst gar nicht zum Laufen. In solchen Fällen kann der Darlehensnehmer seinen Vertrag zu jeder Zeit widerrufen und abwickeln, ohne dadurch finanziellen Schaden zu erleiden.

Wenn dem Kreditnehmer bei der Auflösung eines Immobilienkredits keine Kosten anfallen, sind das für die Bank “entgangene Gewinne” (z.B. Vorfälligkeitsentschädigung). Ein Widerrufsrecht ohne zeitliche Begrenzung wegen fehlerhafter Vertragsbedingungen waren den Banken ein Dorn im Auge. Die Bundesregierung sprang nun in die Presche und verabreichte dem “unendlichen Widerrufsrecht” eine scharfe Grenze. Am 27. Januar 2016 verabschiedete das Bundeskabinett einen entsprechenden Gesetzesentwurf, der den von den Banken selbst verschuldeten Lapsus ein Ende bereitet.

Widerrufsrecht für Immobiliendarlehen ist nun begrenzt

Den betroffenen Kunden bleibt mit dem Inkrafttreten des Gesetzes voraussichtlich nur noch Zeit bis zum 21. Juni 2016. Trifft dieser Termin nach Einschätzungen von Stiftung Warentest zu, gilt dieser Tag als der allerletzte Termin, an dem der Kreditnehmer sein Immobiliendarlehen mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung noch rückabwickeln kann.

Den Banken drohten herbe “Gewinnverluste”

Die Verbraucherschützer von Stiftung Warentest schätzen den finanziellen Umfang der Immobiliendarlehen mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung auf rund 1.600 Milliarden Euro. Mit einer Rückabwicklung, ohne Anspruch auf z.B. die teils sehr hohen “Vorfälligkeitsentschädigungen” und den Rückzahlungen der bereits entrichteten Zinsen, könnten den Kreditinstituten pro Vertrag mehrere tausend Euro entgehen.

Sollte ein Vertrag mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung bereits vorzeitig zurückgezahlt worden sein, inkl. bereits entrichteter “Vorfälligkeitsentschädigung”, so hat auch dieser Kreditnehmer den Anspruch auf eine “nachträglich” Auflösung des Immobiliendarlehens. Die Bank müsste sämtliche Gebühren und Zinsen erstatten. In Einzelfällen seien lt.Stiftung Warentest für die betroffenen Kreditnehmer Rückzahlungen von rund 60.000 Euro fällig.

Für Immobilienkredit-Nehmer ist Eile geboten

Den Kreditnehmern bleibt nicht mehr viel Zeit. Zwischen der Feststellung, ob der Vertrag zum Immobilienkredit überhaupt mit einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung behaftet ist und dem Anmelden der ggfs. gerechtfertigten Ansprüche, vergeht viel Zeit. Stiftung Warentest rät den Kreditkunden, den Vertrag von einem Anwalt prüfen zu lassen.


Tarifomat24.de

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