Immobilienkredit-Vergabe trotz EU-Richtlinie von lockerer Hand


Trotz der umgesetzten EU-Richtlinie zur Immobilienkredit-Vergabe scheint die Gefahr einer Blasenbildung im Immobiliensektor nicht gebannt zu sein. Sparkassen und Genossenschaftsbanken halten sich etwas mehr zurück, doch Privatbanken vergeben die Darlehen nach wie vor mit lockerer Hand.

Preise in 5 Jahren um bis zu 45 Prozent angestiegen

Baubranche

Risiken einer Immobilienpreis-Blase steigen an

Eigentlich steht die Feststellung einer stark angetriebenen Immobilienkredit-Vergabe der Deutschen Bundesbank im Widerspruch zur zahlreich kritisierten “lähmenden” Kreditvergabe-Richtlinie. Im aktuellen Monatsbericht beschreibt die Bundesbank die Kreditgeber als antreibende Kraft stark steigender Immobilienpreise.

Demnach sei die Zahl der von den Privatbanken vergebenen Immobilienkredite in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Eine Trendwende, denn die eher locker handhabenden Genossenschaftsbanken und Sparkassen zogen sich deutlich zurück.

Vor Jahren verkündete die Bundesbank die “Möglichkeit einer sich entwickelnden Immobilienpreisblase”, von der zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nichts zu bemerken gewesen sei. Es handelte sich lediglich um eine Kompensation der schwachen Preisentwicklungen in den Jahren zuvor. Inzwischen ist diese Version überholt und die Wahrscheinlichkeit einer Preisblase erhält Konturen.

Immobilien und Grundstücke werden überwiegend finanziert. Mit dem Ansteigen der Anzahl vergebener Immobiliendarlehen steigt auch die Gefahr von Zahlungsausfällen bzw. Kreditausfällen. Die Gefahr steigt umso mehr, wie die Preisblase an Volumen zulegt. Platzt die Blase, könnte das eine oder andere Kreditinstitut ins Wanken geraten, denn in der Regel steil abstürzende Immobilienpreise werden die Kreditsumme auch nach Zwangsversteigerung kaum decken können.

Im Fokus der Bundesbank rückten Großstädte wie Berlin, Frankfurt und München. Die Preisentwicklungen sind in den Metropolen bereits sehr auffällig. Es gebe bereits Hinweise auf Übertreibungen. Die Preisanstiege reichen bis zu 45 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre. Die umliegenden Regionen der großen Städte weisen einen durchschnittlichen Anstieg um 35 Prozent vor.

Offenbar scheuen zahlreiche Sparkassen und Genossenschaftsbanken angesichts der Preissteigerungen die “Leichtfertigkeit” einer Kreditvergabe für die Finanzierung einer Immobilie. Banken sind aufgrund der in nationales Recht umgesetzten EU-Richtlinie dazu angehalten, die Bonität ihrer Kunden genauer unter die Lupe zu nehmen. Eine Maßnahme, die Kunden wie auch Kreditinstitute vor einem Zahlungsausfall besser schützen soll. Allerdings verzeichnet auch dieser Bankensektor bei der Immobilien-Kreditvergabe Zuwachsraten im Bereich von 5 Prozent.

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