Mietpreisbremse ist bis dato ein Flop


Die im Juni 2015 eingeführte Mietpreisbremse ist bis dato ein Flop. Immer mehr Wohnungen werden trotz der geltenden Regel zu überzogenen Mietpreisen angeboten. IW Köln untersuchte die aktuelle Marktlage und zeigt ein Mietpreis-Beispiel in Berlin.

Mietpreis-Entwicklung kommt den Wohlhabenden zugute

Immobilie

Mietpreise ziehen schneller an als 'erlaubt'

Die vor zwei Jahren von der Bundesregierung eingeführte Mietpreisbremse sollte die Mieter vor überzogenen Anhebungen der Mietkosten schützen. Doch diese Gesetzgebung entpuppte sich als weitestgehend wirkungslos, so eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

So gilt z.B. in Berlin sei dem 01. Juni 2015 die Mietpreisbremse. Elf weitere Bundesländer sind dem gefolgt. Lt. Mietpreisbremse darf in Region mit angespanntem Wohnungsmarkt die Miete von neu vermieteten Bestandswohnungen nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Dies ergebe sich in der Regel aus dem lokalen Mietspiegel.

IW wertete rund 117.000 Wohnungsinserate auf dem Internet-Portal Immobilienscout24 aus. Das Ergebnis zeige, dass ein Großteil der inserierten Mietwohnungsangebote in Berlin über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Schon vor dem Start der Mietpreisbremse befanden sich 61,4 Prozent aller Mietangebote durchschnittlich um 24,6 Prozent über den Vergleichsmieten. Bis Ende 2016 hat sich diese Wert lt. IW auf 62,3 Prozent mit einer im Durchschnitt um 26,1 Prozent überzogenen Miete erhöht.

In erster Linie profitierten davon vornehmlich Wohlhabende, selbst wenn die Mietpreisbremse funktionieren würde, so die Forscher vom IW. Am größten seien die Unterschiede zwischen dem Mietpreisspiegel und dem tatsächlich verlangten Mietpreis bei Wohnungen mit guter bis sehr guter Ausstattung in zentraler Lage. Je nach Größe der Wohnung liegen bis zu 72 Prozent der angepriesenen Wohnungen mind. zehn Prozent über dem Wert im Mietpreisspiegel.

IW-Immobilienexperte Philipp Deschermeier sieht im Versagen der Mietpreisbremse einen positiven Aspekt. Es komme nicht dazu, dass sich Vermieter kleinere Instandhaltungsmaßnahmen sparen, da diese nicht durch höhere Mieten auf die Mieter umgelegt werden können. Darüber hinaus gebe es „keinen faktischen Mietstopp“ und somit Anreize, die Wohnungen zu vermieten, statt zu verkaufen.

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Bild: CC0 1.0 Universell

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