SCHUFA-Mythen – was gibt es für Falschannahmen?


Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine deutsche Wirtschaftsauskunftsdatei und genießt allgemeinen keinen besonders guten Ruf. Das hat aber aber auch viel mit sich bis heute hartnäckig haltenden Irrtümern und Vorurteilen zu tun, welche durch die Gesellschaft geistern. Welche Mythen über die SCHUFA kann man also getrost zu den Akten legen?

Die SCHUFA ist eine staatliche Behörde

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Missverständnisse zur SCHUFA

Falsch. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme, die SCHUFA sei eine Art staatliche Behörde, handelt es sich tatsächlich um eine privatwirtschaftliche Organisation. Ziel ist es, Vertragspartnern der SCHUFA valide Informationen über die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern zur Verfügung zu stellen. So sollen zum einen Vertragspartner vor Kreditausfällen geschützt werden, zum anderen aber auch Verbraucher vor Überschuldung. Es gibt jedoch keinesfalls eine Art allgemeine Vorschrift, dass Kreditgeber den Kontakt zur SCHUFA suchen müssten, bevor sie ein Darlehen freigeben oder ähnliches.

Negative SCHUFA-Einträge bleiben lebenslang

Ebenfalls Falsch. Negative Einträge werden spätestens drei Jahre nach Begleichung der Forderung gelöscht. Bei Forderungen in einer Höhe von maximal 2000 Euro lässt sich die Löschfrist unter bestimmten Umständen verkürzen. Verbrauchern ist hier nahezulegen, selbst regelmäßig zu prüfen, ob ein entsprechender Eintrag tatsächlich gelöscht wurde.

Die SCHUFA kennt sämtliche Einkommens- und Vermögensverhältnisse

Falsch. Die Annahme darüber, welche Informationen der SCHUFA letztlich vorliegen und welche Daten gespeichert werden, sorgen regelmäßig für Gesprächsstoff. Allerdings sind die generellen personenbezogenen Informationen, welche die SCHUFA speichert, recht begrenzt. Im Normalfall sind dies: folgende Informationen:

– Name und Vorname
– Geburtsdatum und Ort
– aktuelle und frühere Adressen / Anschriften
– den individuellen SCHUFA-Score

Entgegen weitläufiger verbreiteter Meinung stimmt es allerdings nicht, dass die SCHUFA auch Einsicht in Informationen bezüglich Einkommens- und Vermögensverhältnisse, dem ausgeübten Beruf, Familienstand, Nationalität oder der Religionsangehörigkeit hat. Allerdings übermitteln die diversen Vertragspartner der SCHUFA zusätzliche Daten, darunter etwa:

– Informationen über Kreditkarten und Leasingverträge
– Ratenzahlungsgeschäfte, Bürgschaften und Kredite
– Bankkonten
– Telekommunikationsverträgen

Zwar lassen sich aus bestimmten Informationen Rückschlüsse auf bestimmte finanzielle Situationen ziehen, generell kennt die SCHUFA die persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse aber nicht. Es werden lediglich aufgrund bestimmter Annahmen statistische Wahrscheinlichkeiten unterstellt, an denen sich Kreditgeber dann unter anderem orientieren. Es bleibt jedoch der kreditgebenden Person selbst überlassen, welchen genauen Stellenwert sie den durch die SCHUFA gewonnen Informationen einräumt.

Mit einem negativen SCHUFA-Eintrag ist es nicht möglich einen Kredit zu erhalten

Falsch. Es stimmt zwar, dass negative SCHUFA-Einträge es häufig erschweren, einen Kredit bewilligt zu bekommen, allerdings herrscht in Deutschland allgemeine Vertragsfreiheit. Demnach können Unternehmen frei entscheiden, an wen sie Kredite vergeben und an wen nicht. Während viele Banken und Sparkassen die Kreditwürdigkeit von potenziellen Kreditnehmern stark vom SCHUFA-Score abhängig machen, ziehen andere Finanzdienstleister hierfür andere Kriterien heran.

Es stimmt also nicht, dass eine Kreditaufnahme durch einen negativen Eintrag unmöglich wird. Unter folgendem Link lassen sich Kredite ohne SCHUFA-Abfrage vergleichen. Bedenken sollte man allerdings, dass übliche Hausbanken oft interne Vorschriften haben, von denen sie allein schon aus Compliance-Gründen nicht abweichen können.

Viele Umzüge führen zu einem negativen SCHUFA-Score

Richtig. Auch wenn es zunächst seltsam klingt, Personen, die ihren Wohnort häufig wechseln, riskieren einen negativen SCHUFA-Score. Grund dafür ist, dass sehr häufig finanzielle Probleme mit einem solchen häufigen Wechsel des Wohnorts verbunden sind. Ebenso kann es sein, dass eine bestimmte Wohngegend den SCHUFA-Score negativ beeinflussen kann. In der Praxis findet das aber nur in bestimmten Ausnahmefällen statt.

Die SCHUFA Selbstauskunft ist teuer

Falsch. Jede Privatperson kann einmal im Jahr eine kostenlose Abfrage der über die vorhandenen Einträge tätigen. Dies ist jedem zu empfehlen, der auf seinen Score auf die eine oder andere Weise angewiesen ist. Auf diese Art und Weise kann man Falscheintragungen rechtzeitig entdecken, sollte es dazu gekommen sein.

Fazit

Man sieht, die SCHUFA weiß längst nicht soviel über Verbraucher als manche denken, viele Mythen erweisen sich schnell als offensichtlich falsch. Dennoch ist die SCHUFA ein bedeutsamer Faktor und mit Selbstauskünften sollte man sicherstellen, dort keine falschen Eintragungen vorliegen zu haben.

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