Schufa-Untersuchung: Creditolo sieht zahlreiche offene Fragen


Die Schufa-Untersuchung zu der vermeintlich hohen Abzock-Rate durch unseriöse Angebote von Kreditvermittlern scheint sehr viel Spielraum für Interpretationen gelassen zu haben. Der Kreditdienstleister Creditolo wehrt sich gegen die offenbar verzerrte Darstellung der Untersuchungen aufgrund praxisferner Vorgänge und unrealistischer Voraussetzungen.

Mehrheit der Probanden waren chancenlos für Kredit ohne Schufa

Creditolo

Creditolo sieht gravierende Fehler in
der Schufa-Untersuchung

Der Kreditdienstleister Creditolo kann sich mit der u.a. von der SCHUFA durchgeführten Untersuchung zu “schufafreien Darlehen” nicht “ganz anfreunden”. Auf dem ersten Blick erscheint der Widerstand gegen die doch sehr ernüchternden Ergebnisse als verständlich, da Creditolo neben normalen Ratenkrediten inkl. Bonitätsfragen ebenso Kredite vermittelt, bei der auf die Anfrage bei der “zentralen Scoring-Stelle” verzichtet wird.

Die Testpersonen und Interpretationen sind “sehr fraglich”
Creditolo hält jedoch dagegen, dass die Vorgehensweise zur Untersuchung bereits bei den ausgewählten Kriterien zu den “Lockvögeln” sowie bei der Ermittlung vermeintlicher Kreditanbieter Zweifel bestünden und Fragen aufgeworfen würden.

Statistische Zahlen von der anderen Seite betrachtet
Eine Aussage des Schufa-Berichts beschreibt die äußerst niedrige Quote der tatsächlich zugesprochenen Kredite. Immerhin wären lediglich 2 Zusagen erteilt worden, obwohl insg. 177 Kontakte bei knapp 80 untersuchten Anbieter zustande gekommenen sind.

Creditolo sieht die “Erfolgsquote” von lediglich 1% als durchaus normal an, da es sich schließlich um ein große Anzahl erstellter Kontakte gehandelt hätte, die einer recht geringen Anzahl von Anbieter eines schufafreien Kredits gegenüber standen. Die statistische Erfolgsquote würde bereits rein rechnerisch schon mit dem Ansteigen der gestellten Anfragen absinken. Dazu dürfe nicht übersehen werden, dass bei dieser Untersuchung mehr als ein Drittel der Testanfragen überhaupt nicht beantwortet wurden und 14% der Anfragen an dritte Anbieter weitergeleitet wurden.

Der Einsatz “unqualifizierter” Testpersonen
Die Auswahl der eingesetzten Testpersonen wirft die meisten Fragen zur Untersuchung auf. Mit der Aufteilung der Test-Anfragen in drei Gruppen wurde die Diskrepanz sogar noch deutlicher hervor gehoben. Die erste Gruppe der Testpersonen stellte Arbeitslose dar, die ein Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze vorzuweisen hatten. Gruppe zwei wurde aus Personen gebildet, die angaben, ein Einkommen im Bereich der Pfändungsfreigrenzen zu haben und mit Vorkrediten und einer Überschuldung belastet seien. Die dritte Gruppe bestand aus Personen, die sich als Selbstständige oder Betreiber eines Kleingewerbes ausgaben.

Für die Gruppen eins und drei bestünde überhaupt keine Chance, jemals einen Kredit ohne Schufa-Rückfragen zu erhalten. Selbst in der Gruppe zwei konnten nicht alle Testpersonen die Voraussetzungen erfüllen. Die Definition dieser Gruppe lautete demnach: “Diese Personengruppe hat vielfach Schulden in erheblicher Höhe. Teile der Verbindlichkeiten sind bereits tituliert, oftmals wurde die eidesstattliche Versicherung bereits abgegeben.”

Sollte die Definition “um die Pfändungsfreigrenzen” in vereinzelten Fällen darunter gewesen sein, würde dies einen schufafreien Kredit ausschließen, ebenso wenn vom “Probanden” die Aussage getroffen wurde, bereits eine eidesstattliche Versicherung abgegeben zu haben.

Praxisfernes Auffinden der Schufafrei-Angebote
Zum Auffinden der tatsächlich für den Test hinzugezogenen Anbieter wurde die Suchmaschine Google bemüht. Mit der Verwendung einschlägiger Stichwörter zum Thema wurden die ersten 300 Ergebnisse herausgefiltert (30 Ergebnis-Seiten). Creditolo hält dieses Vorgehen als äußerst praxisfremd, denn bereits bei der Eingabe der Keywords “Kredit” und “ohne Schufa” würden sich auf der ersten Seite bereits einige Anbieter auffinden lassen, von denen bekannt sei, dass sie definitiv einen Kredit ohne Schufa vergeben würden. Kaum vorstellbar, dass der Kunden 300 Ergebnisse “abgraste”.

Resümee: Die falschen Testpersonen
Creditolo fasste anhand der Vorgehensweise und den verwendeten Kriterien zusammen, dass die SCHUFA für ihre Untersuchung überwiegend Testpersonen aussuchte, die “aufgrund ihrer Voraussetzungen nirgendwo einen Kredit erhalten”.

Letztendlich ließe es sich nur schwer nachvollziehen, wie viele der 22 Probanden die Voraussetzungen gar nicht erfüllen konnten. Würde man die drei unterschiedlichen Personengruppen in gleich große Einheiten teilen, ließe sich folgern, dass 14 gar keine Chance hatten (Arbeitslose und Selbstständige). Von der Gruppe Zwei, Personen mit Vorkrediten und Einkommen “um die Freigrenze herum”, könnten geschätzte 4 letztendlich die Voraussetzungen für ein schufafreies Darlehen erfüllt haben.

“Dann erscheint die Zahl von zwei gewährten Krediten sofort in einem anderen Licht”, folgerte Creditolo.

Der Kreditdienstleister regte in seinen weiteren Ausführungen zur Untersuchung den Gedanken an, dass die Schufa es offenbar versäumte, zur Testreihe nach den notwendigen Kriterien der Testpersonen zu recherchieren, um anschließend einen zweiten Testdurchlauf zu starten, bei der alle Testpersonen die Kriterien erfüllten.

Es wäre zu erwarten gewesen, dass sich die ermittelte Erfolgsquote erheblich von der präsentierten unterschieden hätte. Nicht die seriösen Anbieter und ihre Kreditangebote wären das Problem, sondern schlicht diese zu finden.

Creditolo rät deshalb den Verbrauchern: “Erkundigen Sie sich zuerst über die Voraussetzungen
(zum Beispiel bei uns) und stellen Sie dann ggf. einen Antrag bei einem seriösen Kreditvermittler.”

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