Positive Renditen könnten Fiktion bleiben


Bis zum Eintreffen von „positiven Renditen“ müssen die Sparer einen sehr langen Atem haben. Womöglich tritt ein Ereignis ein, bevor Zinsen und Renditen die Inflation überhaupt übersteigen konnten. Der Traum von positiven Realzinsen könnte eine Fiktion bleiben.

Positive Renditen? Davoneilende Inflation oder fliegende Fetzen

Eurokrise

Ein Crash vor positive Renditen erscheint wahrscheinlicher

Soweit der Blick nach vorne reicht, Zinsanhebungen seien nicht in Sicht. Die Sparer müssen sich im Abwarten auf höhere Renditen auch weiterhin in Geduld üben. EZB-Chef Mario Draghi hat niedrige Zinsen „bis auf Weiteres“ ohnehin schon bestätigt und die Banken sehen den Lauf der Dinge ebenso.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Realzinsen noch lange negativ sein werden“, so Emmerich Müller von der Frankfurter Bank Metzler zur DPA, wie Neue Westfälische berichtete.

Auch wenn die EZB eine Reduzierung Volumens zum Anleihekaufprogramm von derzeit 80 Milliarden Euro auf 60 Milliarden Euro ab April ankündigte, sollte noch nicht verfrüht von einer Abkehr der lockeren Geldpolitik ausgegangen werden. Müller sieht noch unbekannte Größen wie der Ausstieg Großbritanniens aus der EU („Brexit“) sowie der künftige Weg des US-Präsidenten Donald Trump.

Die Niedrigzinspolitik soll nach dem Fahrplan der EZB solange beibehalten werden, bis die Inflation in der Eurozone mindestens den vorgegebenen Wert von knapp 2 Prozent mindestens nachhaltig erreicht hat. Danach erst soll eine mögliche Zinsstraffung geprüft werden. Der erste Ansatz für eine deutlich steigende Inflation waren die im Dezember 2016 um 1,1 Prozent gestiegenen Preise in der Eurozone sowie die durchschnittliche Verteuerung um 1,7 Prozent in der Bundesrepublik. Diese Anstiege gegenüber den Monaten zuvor sind allerdings fast ausschließlich den aus der Versenkung entstiegenen Energiepreisen geschuldet.

Müller sprach von „Realzinsen“, sprich Renditen abzüglich der Inflation. Die Renditen fallen erst positiv aus, wenn z.B. die Zinsen einer Tagesgeldanlage den Wert der jährlichen Inflation übersteigen. Bis dahin ist es offenbar noch ein sehr langer Weg.

Abgesehen davon ist es überhaupt fraglich, ob die Sparer diesen Moment mit der Gemeinschaftswährung noch erleben werden. Die Krise in Griechenland wurde nie beigelegt, sondern nur medial „niedergelegt“. Jüngst warnte der Internationale Währungsfonds (IWF) vor den immensen Schulden des Landes. Griechenland könne die Schuldenlast keinesfalls tragen. Der IWF schlug eine Pause der Schuldentilgung bis zum Jahr 2040 vor. Gleichzeitig erweitert sich in Italien der bisherige Schwelbrand langsam zu einem nationalen Flächenbrand. Frankreichs Wirtschaft steht nur auf sehr dünnem Eis. Großbritannien ist zwar kein Euro-Mitglied, macht sich aber mit dem EU-Ausstieg quasi von den Socken.

Die von der EZB in die Märkte gepumpten Billionen-Beträge dürften nicht folgenlos bleiben. Noch sorgen die Wahnsinns-Beträge für gut gelaunte Finanzmarktteilnehmer, die ihre Renditen von den steigenden virtuellen Bewertungen erzielen. Einen derart mit Kapital vollgepumpten Markt und fantasievoll ausgestattete Finanzprodukte wie Derivate gab es vor dem „berühmten Schwarzen Donnerstag“ Ende der 20-er des letzten Jahrhunderts noch nicht. Der nächste Crash wird alles Bisherige zusammen in den Schatten stellen.

So ganz nebenbei ziehen die Renditen der Staatsanleihen der Mitgliedsländer wieder an und die Bundesregierung beschließt voraussichtlich in Kürze die Beschränkung des anonymen Bargeldverkehrs auf weniger als 10.000 Euro. Damit fiel dieses Gesetz auch auf den Kauf des historischen „Werte-Retters“ Gold zurück.

Es erscheint eher wahrscheinlich, dass die Eurozone den Sparern um die Ohren fliegt, bevor die erhofften „positive Realzinsen“ zum Tragen kommen.

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