Banken behandeln Zinsentwicklungen nach zweierlei Maß


Zinsänderungen im internationalen Markt finden ein schnelles zuhause bei Sparern und Anleger. Fallende Kreditzinsen nehmen große Umwege bis zum Ziel.

Die Sparer und Anleger haben allen Grund, sich über „schlechte Zeiten“ zu beschweren. Angesichts der Zinssätze noch gegen Ende 2008, können die derzeit angebotenen Tagesgeld- und Festgeldzinsen beinahe als „Obulus“ deklariert werden. Den Banken bleibt (fast) nichts anderes übrig, als die Zinsmarkt-Entwicklungen an den Sparer weiter zu reichen. In Brüssel wurde der Niedrigzins in feste Erde gepflanzt, die ersten Wurzeln sind bereits geschlagen. Änderungen nach oben nicht in Sicht.

Die (Klein-) Banken befinden sich ebenso wie Sparer in der Rolle des Opfers. Der kleine Unterschied liegt lediglich darin, wer an der allgemeinen Finanzkrise in Europa und weltweit beteiligt gewesen ist. Die sog. „systemrelevanten“ Großbanken haben kräftig beigesteuert. Mit ihrem Investment-Geschäften schufen sie keinerlei reale, geschweige anfassbare Werte. Scheinwerte wurde hin und her geschoben, verkauft, eingekauft, wieder veräußert und auch im großen Stil zum „Faulen“ liegen gelassen. Aus scheinbaren Werten wurde geschreddertes Geld. Den Preis darf die breite Masse „unten“ bezahlen. Entweder durch Verzicht oder durch erhöhte Abgaben, am Ende immer in einer Form von realen Werten.

Zinsanpassungen
Ungleiche Zinsanpassungen

Die Festzins- oder Tagesgeldanlage von heute erhält ein neues Kriterium: „Mehr als Inflationsrate, oder weniger“. Sinkende Zinsen und steigende Teuerungsraten verengen die Auswahl von noch lukrativen Anlageformen. Grob eingeschätzt befinden sich Sparanlagen mit mehr als 3,00% p.a. Zinsen in einem spürbaren Abstand zur Inflationsrate. Auf jeden Fall zu bekommen, aber längst nicht mehr im Tagesgeldbereich, bzw. mit Festzinsanlagen „am Vorbeigehen“. Die Festverzinsung für den „überinflationären“ Bereich bedarf Laufzeiten ab einem Jahr. Anbieter mit 3% p.a. Zinsen bei 12 Monaten Laufzeit sind z.B. die VTB Direktbank (Infos) und die Bank of Scotland (http://www.tarifomat24.de/festgeld/bank-of-scotland-festgeldkonto.html). Gerade noch im Grenzbereich liegt das Festzinsangebot der IKB direkt, mit 2,70% p.a. (Infos) – Jeweiliger Zinsstand 21.02.2012, bereits am nächsten Tag könnte eine Zinsabsenkung erfolgen. Der Finanzmarkt befindet sich in einer sehr „dynamischen Phase“.

Stets das gleiche Spiel, Vorteile kommen verzögert, Nachteile sofort. Banken geben nicht jede kleine Zinsschwankung auf dem Markt unmittelbar an die Sparer weiter, aber sollte eine längerfristige Entwicklung erkennbar werden, ist der Zinssatz bereits „weiter gegeben“, bevor die Entwicklung ihren Anfang gefunden hat. Bei Zinsen für Ratenkredite scheinen andere Gesetze zu herrschen. Nicht jeder Deutsche hat einen Ratenkredit laufen, aber annähernd jeder Geschäftsfähige ein Girokonto. Die Materie „Kreditzinsen“ beginnt bereits mit der Inanspruchnahme eines Dispokredits und hört erst dann auf, wenn die Bank den Überziehungsbetrag darüber hinaus nicht mehr akzeptiert.

Ein Dispozinssatz liegt ungleich günstiger als der Überziehungskredit. Ratenkreditzinsen können sich im Bereich der unterschiedlichen Angebote mit den Dispo-Konditionen überschneiden. Jedoch dürfen Kunden etwas länger darauf warten, bis Banken Kreditzinsen, bzw. Dispo-Zinsen dem Niedrig-Zinsniveau ebenfalls anpassen. Sofern es sich um eine Aufwärtsbewegung in der Zinsentwicklung handelt, reagieren Banken beinahe „verschreckt“ und korrigieren ohne große Verzögerungen.

Anleger und Sparer mit Wunsch für Zinssicherheit ziehen das Festgeldkonto der Tagesgeldanlage vor. Kreditnehmer mit dem Hang zur Stabilität sehen zu, einen Ratenkredit mit Festverzinsung und monatlich gleichbleibenden Ratenzahlungen aufzunehmen. Beides hat seine Vorzüge. Theoretisch kann das Zinsniveau durch die Europäische Zentralbank (EZB) nur noch ein wenig sinken, bevor die glatte Null erreicht ist, umgekehrt wären nach oben hin keine Grenzen gesetzt, rein hypothetisch. Ein Ratenkredit mit Festverzinsung könnte den Kreditnehmer durch weiteren Zinsverfall während der Laufzeit nur ein wenig „ärgern“, ein aprupter Anstieg jedoch kalt lassen. Ebenso würden fallende Zinsen dem Festgeld-Sparer keine Tränen hervor locken und ein aprupter Festzinsanstieg in nächster Zeit gilt fast schon als ausgeschlossen.

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