Steigende Sparquote täuscht über Einkommensverteilung hinweg


Immer niedrigere Zinsen können die Sparfreude der Deutschen und den weiteren Eurozonen-Bewohner anscheinend nichts anhaben. Die Sparquote ist erneut angestiegen.

Sparfreude täuscht über die Einkommensverteilung hinweg

Sparer-Dilemma

Ansparen: Dieses Privileg haben immer weniger Haushalte

Trotz der immer weiter absinkenden Zinsen scheinen die Eurozonen-Bewohner keinen sonderlichen Frust zu verspüren und neigen immer mehr zum Ansparen. Lt. der EU-Statistikreinrichtung Eurostat ist die Sparkquote der Haushalte innerhalb des Euro-Wirtschaftsgebietes im zweiten Quartal 2019 auf 13,3 Prozent angestiegen. Damit stieg die Sparquote gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozentpunkte an.

Im gleichen Zeitraum kletterte auch die Investitionsrate bei den Haushalten von vormals 9,0 Prozent auf 9,2 Prozent an.

Der Deutsche gilt als der Sparer schlechthin, so zumindest das gepflegte Klischee. Dabei liegt die Sparquote der deutschen Haushalte mit 10,4 Prozent im Jahr 2018 nur unwesentlich höher als der Durchschnitt in der Eurozone. Einstige Sparfreuden wie im Jahr 1991 mit einer Quote von 12,6 Prozent sind allerdings noch lange nicht erreicht. Dabei war der Niedergang der Sparquote jüngst nicht ausgelöst von der sog. Finanzkrise vor gut 10 Jahren, sondern erreichte im Jahr 2000 mit einer Quote von 9,0 Prozent einen vorübergehenden Tiefpunkt. Nach einem Anstieg auf 10,5 Prozent im Jahr 2008 ging es allerdings erneut abwärts, auf 8,9 Prozent bis zum Jahr 2013. Zu diesem Zeitpunkt feuerte die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren „Waffen“ längst aus vollen Rohren. Die Niedrigzinsphase war eingeläutet. Dennoch klettert die Sparquote im Bundesgebiet seither wieder an.

Sparquote konzentriert sich auf immer weniger Haushalte

Die scheinbar ansteigende Sparfreude ist jedoch dazu geeignet, damit über die tatsächliche Einkommens- und Vermögensverhältnisse hinweg zu täuschen. Wie WSI jüngst feststellte, ist die Schere bei den Einkommensverältnissen weiter auseinander gegangen. Dank des ansteigenden Niedriglohnsektors werden damit auch immer weniger Haushalte die Möglichkeit haben, auch nur einen einzigen Euro auf die Hohe Kante zu legen. Inzwischen verfügen die reichsten 10 Prozent im Bundesgebiet über 56 Prozent des Gesamtvermögens. Die Haushalte mit niedrigem Einkommen innerhalb der unteren Hälfte besitzen dagegen nur noch 1,3 Prozent des gesamten Vermögens.

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