Antivirensoftware – Riesengeschäft mit Nutzerdaten


Das Geschäft mit Nutzerdaten floriert. Milliarden werden umgesetzt mit dem Verkauf von Informationen über Vorlieben und Gepflogenheiten von Internet-Nutzern. Das ausspähen und “freiwillige Binden” von Konsumenten durch die Privatwirtschaft wird von den Normgebern auf EU-Ebene jedoch verschleiert vorangetrieben.

Vermeintliche Sicherheit gegen Preisgabe von Daten

Internet Sicherheit

Das Wohl gilt immer dem übrigen Geld des Konsumenten

Nutzerdaten sind ein Milliardengeschäft. Die Verwertung bzw. der Verkauf von Daten, welche die Internetnutzer in aller Regel freiwillig hergeben, – sei es vor allem durch das Akzeptieren der kaum bis nie gelesenen AGB – sind ein einträgliches Geschäft. Neben den “üblichen Verdächtigen” wie Soziale Netzwerke und eine große Anzahl von Smartphone-Apps haben auch die Einrichtungen der öffentlichen Hand das Potenzial von Personendaten erkannt und den Einwohnermeldeämter entsprechend freie Hand gelassen.

Zielgerichtete Werbung, ideal platziert nach den ausgekundschafteten Vorlieben des Nutzers, so die Devise. Wer im Internet-Shop nach Blumenvasen suchte, braucht sich daher nicht zu wundern, wenn derlei Produkte an anderer Stelle angepriesen werden. So manche Unterhaltung im Chat über eine bestimmte Automarke führte ebenfalls schon zu “zufällig” passenden Werbeanzeigen.

Von großem Interesse scheint auch der von Internetnutzern verwendete Browser zu sein. Nach Berichten von PCmag und Vice soll der Hersteller von Antiviren-Programmen Avast über seine Tochter Jumpshot die Browser-Daten der Kunden verscherbelt haben und zwar im großen Stil. Zu den genannten Interessenten zählten Microsoft, Google, Yelp, McKinsey und einige weitere. Die demnach weiter gegebenen Nutzerdaten beschränkten sich nicht nur auf den verwendeten Browser, sondern über Google-Maps verwendete GPS-Daten, Suchmaschinen-Anfragen, angesehene YouTube-Videos und auch pikanterweise Daten zu besuchten pornografischen Seiten inkl. der vom Nutzer verwendeten Suchbegriffe.

Zwar soll Avast keine Identitätsmerkmale der Nutzer gespeichert haben, allerdings vergibt der Softwarehersteller bei der Erstinstallation seiner Software individuelle Identitätsnummern und diese ließen sich durchaus mit persönlichen Daten verknüpfen.

Die ausgesprochen geschäftsfreudige Neugierde von Avast war schon seit längerem bekannt. Bisher wurden Daten über Browser-Erweiterungen übermittelt und einige Browser-Anbieter sorgten inzwischen für Gegenmaßnahmen. Vice fand aber heraus, dass Avast nun keine Daten mehr über Erweiterungen sammelt und übermittelt, sondern gleich direkt mit der eigenen vom Nutzer verwendeten Software zugreift.

Konsumenten können sich auf erzwungene Freiwilligkeit einstellen

Internetnutzer sowie jeder andere Konsument können sich auf eine steigende Zahl von Eingriffen in die Privatsphäre einstellen. Selbst die öffentliche Hand bedient sich der Methode der quasi erzwungenen Freiwilligkeit. So wurde die Umsetzung der EU-Richtlinie für die doppelte Identifizierung beim Online-Banking als eine Errungenschaft der größeren Sicherheit beschrieben. Einige Banken entblödeten sich nicht, um dieses “Feature” nicht als “noch bequemeres Onlinebanking” anzupreisen. Der große Vorteil kommt aber den Kreditinstituten bzw. Zahlungsdienstleistern zugute. Diese streben den direkten Zugriff auf die Bank-Konten der Konsumenten an und der Normgeber – in diesem Fall (wieder) die EU – geht ihnen dabei dienlich zur Hand. Mit der doppelten Identifizierung lässt sich auch die quasi Einwilligung für derlei Kontozugriffen umsetzen. Erzwungen wird die Freiwilligkeit schlicht dadurch, dass “Verweigerer” letztendlich nicht mehr am Online-Zahlungsverkehr teilnehmen können.

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