Soll der Lärm um Telekom Datenbremse nur ablenken?


Die heftig diskutierte Datenbremse durch die Deutsche Telekom könnte in Wirklichkeit ein Vorwand sein, um vom eigentlichen Vorhaben abzulenken. Die Verpackung einer Geschwindigkeitsdrosselung zum DSL-Anschluss könnte die Schaffung einer staatlich kontrollierten Monopolstellung enthalten.

Telekom Volumenkontrolle – Geht es nur um die Geschwindigkeit?

DSL-Überwachung

Geschwindigkeitskontrolle - Totale Kontrolle?

Wer Öl ins Getriebe schüttet, muss auch damit rechnen, dass die Maschine viel schneller läuft. Die Telekom kippt kräftig nach und die Medien laufen inzwischen heiß. Das Stichwort “Tempo-Limit” im Datenverkehr reichte bereits aus, um einen gesamten Maschinenpark des Journalismus in Bewegung zu versetzen. Der Lärm könnte jedoch gewollt sein, um das primäre Ziel in aller Ruhe verfolgen zu können.

Grundsätzlich plane die Deutsche Telekom die Einführung einer Geschwindigkeitsbremse im DSL-Datenverkehr, falls ein definiertes Volumen pro Zeiteinheit überschritten wurde. Der bisher entgegen gebrachte Ansturm von Protesten ist enorm und auch nachzuvollziehen. Ist die Infrastruktur zum Datenaustausch in Deutschland ohnehin alles andere als ein Vorzeigemodell, soll jetzt, nachdem “endlich” mal annehmbare Geschwindigkeiten (Bandbreiten) erreicht wurden, um die multimedialen Möglichkeiten auch einigermaßen im vollen Umfang nutzen zu können, wieder ein Bremsklotz eingebaut werden.

Das Gerangel um die DSL-Anschlüsse über die teils noch alten Telefonleitungen dürfte jedoch den Kabelnetzbetreibern in die Hände spielen. Kabel Deutschland und Unitymedia / Kabel BW sehen dem Treiben am Rande zu und bleiben auf Distanz. Sofern die Entwicklung zum gebremsten Datenverkehr jedoch einen politischen Willen im Hintergrund besitzen sollte, wäre die Netzneutralität ohnehin ein Auslaufmodell und die Kabelnetz-Betreiber müssten früher oder später nachziehen.

Die Telekom will jedoch den “ungestörten” schnellen Datenverkehrs über die Zubuchung kostenpflichtiger Optionen offen halten. Bisher sollen die Pläne nur auf dem Papier stehen, aber ab 2016 in Angriff genommen werden. Entsprechende Klauseln in den Neuverträgen wären bereits ab Anfang Mai 2013 vorgesehen.

Der Branchenprimus beteuerte jedoch, dass die Stream-lastigen Dienste wie u.a. das Entertain-Paket nicht in den “Byte-Zähler” mit einfließen solle, jedoch die separaten Plattformen wie Telekom-Cloud und Videoload.de. Das gilt insbesondere für die Angebote von Mitbewerbern im Internet-Markt. Damit könnten sehr populäre Video-Plattformen wie youtube sehr schnell an die “eingemachten” Grenzen stoßen.

Das Thema wurde längst zum Politikum und in diesem Punkt liegt die Gefahr, dass der Begriff “Netzneutralität” in einen äußerst dehnbaren Zustand versetzt werden könnte. Die Politik verfügt diesbezüglich über ausgezeichnete Erfahrungswerte.

Eine kleine Änderung mit enormen Auswirkungen
Ein besonders heißes Eisen könnte jedoch eine scheinbar klammheimlich geschaffene “Lücke” in der Rechtslage werden. In der Hoffnung auf kräftige Einnahmen könnte sich die Bundesregierung auf das Prinzip der “guten alten Post” zurück besinnen und ein Quasi-Monopol über die Telekom schaffen. Der einfache Clou dabei: Nicht mehr die erste Anschlussdose in der Wand der vier Wände ist das “Hoheitsgebiet” der Telekom sondern auch noch das nachgeschaltete Modem.

“Herrschafts-Monopol” inklusiver vollständiger Kontrolle
Die Telekom könnte damit in der Zukunft vorschreiben, welches Gerät zur Anwendung kommen darf, erwartungsgemäß nur die zum Vertrag mitgelieferte Variante. Das Routing-Unternehmen Viprinet ließ lt. dem Bericht von Deutsche Wirtschafts Nachrichten (27.04.13) bereits alle Alarmglocken schrillen und beschrieb ein “Horrorszenario” für die Verbraucher sowie für die gesamte Branche der Router- und Modemhersteller in Deutschland.

In diesem Zuge könnten die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und China noch enger werden. In Aussicht stünde ein Modem eines chinesischen Herstellers. Bereits aus ökonomischer Sicht ein völliger Irrsinn, da sämtliche Geräte namhafter deutscher Hersteller faktisch aus dem Fenster geworfen werden müssten und darüber hinaus ein Modem den Dreh- und Angelpunkt zwischen User und Außenwelt darstellt. Eine in das Gerät implementierte Firmware bietet ein grenzenloses Potenzial für Dinge, die der User weder will noch bräuchte.

Die Entwicklung um das scheinbar einfach gestrickte Thema einer Geschwindigkeitsregelung im Datenverkehr dürfte noch für sehr viel Spannung sorgen.

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Tarifomat24.de

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