Altersarmut: Bundesweit mehr als 20.000 Armutsbegräbnisse


Bundesweit übernahmen die Kommunen im Jahr 2017 für mehr als 20.000 Menschen die Kosten für das Begräbnis. In den alten Bundesländern war die Anzahl der Armutsbegräbnisse ungleich höher als in den neuen Bundesländern.

Armut verfolgt Betroffene meist bis zum letzten Atemzug

Lebensabend

Armut am Lebensabend breitet sich weiter aus

Die Armut verfolgt die Betroffenen in der Regel buchstäblich bis zum „letzten Atemzug“. Im Jahr 2017 hatten im Bundesgebiet mindestens rund 20.000 bisher in Armut lebenden Menschen weder selbst, noch irgendwelche Angehörige, die die Begräbniskosten bezahlen konnten.

Insgesamt übernahmen die Kommunen bundesweit 20.227 sog. Armutsbegräbnisse und übernahmen die Kosten im Umfang von rund 57,3 Millionen Euro, so lt. Passauer Neue Presse (Dienstag) die Antwort der Statistikeinrichtung Destatis auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann.

Die Zahl der Armutsbegräbnisse war im Jahr 2017 in den alten Bundesländern ungleich höher als in den neuen Bundesländern. Die Kommunen übernahmen in den neuen Bundesländern die Kosten für 5.635 Begräbnisse und in den alten Bundesländern für 14.592 Begräbnisse. Sogar in den wirtschaftlich florierenden Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg lag die jeweilige Anzahl der Armutsbegräbnisse mit 2.076 bzw. 2.185 ziemlich hoch. Gegenüber dem Vorjahr 2016 waren die Anzahl der bundesweiten Armutsbegräbnisse (21.434) und die dafür aufgebrachte Summe (59,5 Mio. Euro) rückläufig.

Angesichts der zunehmenden Altersarmut und der ausbreitenden prekären Beschäftigung warnte die Bundestagsabgeordnete Zimmermann vor einer Senkung der Kostenübernahme durch die Kommunen. In zahlreichen Regionen sei sogar ein Anhebung der Leistungen angebracht, damit auch den „armen Menschen ein würdevolles Begräbnis“ ermöglicht werden könne. Die Linke-Politikerin fordert bundesweit einheitliche Standards für derartige Armutsbegräbnisse.


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