Altersarmut? Bundesregierung kontert mit Rentenversicherungsbericht 2016


Von allen Ecken und Enden droht den Arbeitgeber heute die Altersarmut morgen. Die Rente wird dank Agenda 2010 und dem darausfolgenden Absinken des Rentenniveaus auf 43 Prozent nicht mehr ausreichen. Nun “kontert” die Bundesregierung mit einer Berechnung, nachdem die Renten sogar deutlich ansteigen werden, jedoch nur gerechnet bis 2030.

Rentenversicherungsbericht 2016 verspricht steigende Rentenbezüge

Weitblick

Mehr Rente statt weniger? Inflation außen vor gelassen

“Mehr Geld für Rentner”, lautete die viel versprechende Überschrift von tagesschau.de (Donnerstag) zum Rentenversicherungsbericht 2016. Für Rentner stehen demnach in Zukunft höhere Altersbezüge in Aussicht. Vornehmlich für Männer jedoch. Frauen schneiden wesentlich schlechter ab.

Derzeit erhielten demnach Rentner im Durchschnitt 1.370 Euro pro Monat. Im Jahr 2030 sollen es 1.844 Euro sein. Rund 20,8 Millionen Rentner in der Bundesrepublik können sich auf “leicht steigende Altersbezüge” freuen. Lt. den der Süddeutschen Zeitung vorliegenden Informationen gehe die Bundesregierung davon aus, dass die gesetzlichen Renten bis 2030 um durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr steigen werden.

Der “Standard-Rentner” mit derzeit 1.370 Euro käme im Jahr 2030 auf 1.844 Euro, vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Mit diesem “normalen Rentner” handelte es sich um einen Arbeitnehmer, der 45 Beitragsjahre leistete und über ein Durchschnittseinkommen der Versicherten verfügte.

Im Jahr 2015 wurden den Männern im Durchschnitt 1.025 Euro Rente pro Monat ausgezahlt. Für Männer in den neuen Bundesländern fiel die Rente mit 1.076 Euro mtl. etwas höher aus als für Männer in den alten Bundesländern (1.012 Euro). Frauen zogen dabei den deutlich Kürzeren. In den alten Bundesländern lag die durchschnittlich ausgezahlte Rente bei 586 Euro mlt., in den neuen Bundesländern bei 838 Euro. “West-Frauen” seien im Vergleich deutlich weniger erwerbstätig gewesen.

Bei der Berechnung wurde es augenscheinlich unterlassen, die Teuerungsrate, bzw. die Geldentwertung mit einzubeziehen. Gemäß den Zielvorgaben der EZB solle die Inflation knapp 2 Prozent erreichen. Wer in den vergangenen Jahren seine Einkäufe selbst erledigt hat, dürfte aufgefallen sein, dass die offizielle Teuerungsrate nicht so ganz mit den Preisentwicklungen in den Kaufhäusern zusammenpassen will. Gemäß einer durchschnittlichen Preisanhebung um 2 Prozent, läge der “Rentenvorteil” immerhin noch bei 0,6 Prozent, sofern die Berechnung der Bundesregierung überhaupt aufgehen mag.

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