Bundesregierung erklärt Dilemma zur gesetzlichen Rente


Die Bundesregierung offenbart das Dilemma zur künftigen Rentenversorgung. Heute Niedriglohn und morgen Bedürftiger. Es ermahnt der Gleiche zu mehr Sparanstrengungen für die private Altersvorsorge, der auch die gesetzliche Rente zum Straucheln brachte.

Ein großer Teil der Arbeitnehmer wird zwangsläufig “Bedürftig”

Rentenbezüge

Gesetzliche Rente wird zum Beiwerk

Vor nicht einmal 15 Jahren brachte die rot-grüne Bundesregierung die gesetzliche Rentenversorgung zum Straucheln. Mit Agenda 2010 wurde der geringfügigen (prekären) Beschäftigung der Grundstein gelegt, die Zunft der Leiharbeit geschaffen, das Rentenniveau mit Ziel 2030 auf 43 Prozent gesenkt und die Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre erhöht. Damit der ehemalige Arbeitnehmer als Rentner dennoch einigermaßen über die Runden kommt, setzte die Bundesregierung auf die Strategie der “3-Faltigkeit” aus gesetzliche Rente, zusätzliche Privatvorsorge und betriebliche Altersvorsorge.

Für den Abbau der Altersbezüge aus der gesetzlichen Rente sorgte die Bundesregierung zugunsten der privaten Anbieter. Nun geraten die Versicherer selbst in Zugzwang, da das anhaltende Niedrigzins-Niveau vor allem die hochverzinsten Altverträge belastet. Die Renditen für Neuabschlüsse führen bei gleich hohen Sparbeiträgen nur noch zu ungenügenden Ergebnissen. Dazu ist es nicht jedem Arbeitnehmer “gegönnt” bei seinem Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge aufzubauen, geschweige im Sektor Leiharbeit und Niedriglohn.

Mit dem vorab bekannt gewordenen Armuts- Reichtumsbericht weist nun die Bundesregierung alle Arbeitnehmer darauf hin, mehr Anstrengungen für eine private Altersvorsorge zu unternehmen, da die gesetzliche Rente künftig nicht mehr für ausreichende Altersbezüge sorgen könne. Es drohe die “Bedürftigkeit”.

Wie es aber den Geringverdienern jemals gelingen soll, anhand ihrer niedrigen Bezüge noch etwas für den Aufbau einer privaten Altersvorsorge übrig zu haben, erklärt die Bundesregierung allerdings nicht. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hakte gleich in das Thema ein und forderte erneut die Förderung der Riester-Rente. Immerhin forderte der GDV auch, dass die Bezüge aus einer privaten Altersvorsorge bei Grundsicherung künftig nicht mehr “voll” angerechnet werden solle. Damit bliebe allerdings ein Teil bestehen, den der Geringverdiener zugunsten des “Staates” ansparte. Der Versicherungsverband wies auch darauf hin, dass die niedrigen Zinsen weitaus höhere Sparanstrengungen erforderten, damit am Ende auch eine “vernünftige” Rente herauskomme.

“Niedriglöhner” werden später automatisch zum “Bedürftigen”

Damit liegt es klar auf der Hand. Heute Niedriglohn und damit kaum bis gar kein Geld für die private Vorsorge übrig. Im Rentenalter zwangsläufig zum “Bedürftigen” degradiert. Sollte sich der “prekär Beschäftigte” tatsächlich in harten Verzicht geübt und monatlich ein paar Euro für die Altersvorsorge gespart haben, dann wird die ausgezahlte Rente kaum ausreichen, um das Einkommen aus gesetzliche Rente und Privatrente über das Grundsicherungsniveau hinauszuheben. Die Bezüge aus der Zusatzversicherung somit werden angerechnet, sprich “kassiert”.


Tarifomat24.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.