Demografie-Studie: Neugeborene werden immer älter?


Laut einer von der privaten Versicherungswirtschaft beauftragten Studie werden die Menschen nach wie vor immer älter. Ein Viertel aller heute geborenen Mädchen erreichten demnach das Alter von 100 Jahren.

Zwei Studien – Zwei gegensätzliche Aussagen

Pflegefall

Rententhema: Demografische Entwicklung

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) will herausgefunden haben, dass die Menschen im Bundesgebiet eine immer höhere Lebenserwartung haben. Demnach wird nach aktuellen Berechnungen eines von vier heute geborenen Mädchen 100 Jahre alt. Allerdings nur, wenn der Trend der vergangenen Jahrzehnte anhält. Die Prognose des Max-Planck-Instituts wurde von der Initiative „7 Jahre länger“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beauftragt und beruhe auf der Grundlage der Berechnungen der Vereinten Nationen.

Demnach werde heute eine Frau im Alter von 50 Jahren im Schnitt 88,2 Jahre alt. Die Chance für eine 50-jährige Frau, 100 Jahe alt zu werden, betrage 13 Prozent. Für Männer im gleichen Alter bestehe eine 2-prozentige Wahrscheinlichkeit für das Erreichen des Alters von 100 Jahren und zugleich eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,4 Jahren.

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung erhält seine Grundfinanzierung zu 50 Prozent vom Bund und zu 50 Prozent von den Ländern. Der Auftraggeber dieser Studie ist die Lobby-Organisation der privaten Versicherungswirtschaft. Mit einer immer höheren Lebenserwartung ließen sich u.a. weitere Kürzungen bei der gesetzlichen Lebensversicherung begründen und ebenso die Aufforderung bzw. den Zwang zum Abschluss einer privaten Altersvorsorge zum Beibhalt des Lebensstandards im Rentenalter.

Der beauftragten Studie mit dem Ergebnis einer immer älter werdenden Gesellschaft steht jedoch die im British Medical Journal veröffentlichte Untersuchung der University of Southern California und der Princeton Universtiy gegenüber. Demnach sieht es mit einer immer älter werdenden Gesellschaft gar nicht so gut aus. Sogar im Gegenteil. Für das Jahr 2015 stellten die Forscher in den meisten von 18 untersuchten Ländern einen Rückgang der Lebenserwartung fest. Im Schnitt wurden die Frauen um 0,21 Jahre und Männer um 0,18 Jahre weniger alt. Der Rückgang der Lebenserwartung betreffe vor allem Industrieländer, insbesondere die USA sowie die Bundesrepublik. Als häufige Gründe für eine höhere Sterblichkeit im Alter wurden u.a. Erkrankungen des Nervensystems, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Störungen genannt.

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