Für die Pensionskassen wird es immer enger


Für die deutschen Pensionskassen wird es immer enger. Die Bafin hält ohnehin schon rund ein Drittel aller Kassen unter besonders intensiver Beobachtung, doch nun wurden den ersten zwei Einrichtungen das Neugeschäft untersagt.

Angesichts der EZB-Geldpolitik wird’s für Pensionkassen noch enger werden

Insolvenz

Niedrigzinsen machen den Pensionskassen zu schaffen

Die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase geht nun den ersten Pensionskassen so richtig an die Substanz. Die Lage ist inzwischen derart brisant, dass die Finanzaufsichtsbehörde Bafin den ersten Pensionskassen das Neugeschäft untersagte. Zwei Kassen wurde der Verbot ausgesprochen und eine weitere meldete bereits finanzielle Probleme an, wie Handelsblatt berichtet (Dienstag). Derzeit stehen demnach von 136 Pensionskassen im Bundesgebiet ganze 45 unter “intensivierter Aufsicht”.

Der Blick nach vorne sieht finster aus. Wenn die Niedrigzinsphase noch länger anhält, werden weiteren Pensionskassen aufgrund der strengen Regulierungen die Luft abgeschnürt, so Ralf Filipp von Beratung Mercer. Deshalb werden voraussichtlich im kommenden Jahr und auch 2020 weitere Pensionskassen aufgrund ihrer finanziellen Schieflage an die Öffentlichkeit getragen. Lt. Handelsblatt schließt Heinke Conrads von Willis Towers Watson nicht mehr aus, dass weitere Kassen ihren zugesagten Leistungen nicht mehr aus eigener Kraft nachkommen können.

Angesichts der Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen auf ihrem derzeitigen Stand bis mindestens Spätsommer 2019 beizubehalten, kann automatisch von einem Anhalten der Niedrigzinsphase ausgegangen werden. Folgernd auch die anwachsenden Schwierigkeiten der Pensionskassen, mit diesen Umständen ihre Zusagen zu erfüllen.

Ein Musterbeispiel für wankende und bereits abgestürzte Pensionskassen bieten die USA. Inzwischen müssen Millionen US-Amerikaner um ihre zugesagten Pensionsleistungen bangen, trotz jahrzehnterlanger Einzahlungen. Ein prominentes Beispiel ist die “California Public Employees Retirement System”. Diese Kasse steht sei Jahren auf wackeligen Beinen und ein Kippen würde rund 1,7 Millionen Menschen vor ein Nichts stellen. Dazu kommen u.a. “Central States Pension Fund” mit rund 407.000 Betroffenen und die Pensionskasse “New York Teamsters” mit rund 35.000 betroffenen Berufskraftfahrer. Deren Einzahlungen haben sich inzwischen in Luft aufgelöst.

Die mit Abstand größte Pensionskasse im Bundesgebiet ist die BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes, gefolgt von Allianz PK AG und Bayer-Pensionskasse. Der Unterschied zwischen den Pleiten von US-amerikanischen Pensionskassen und die der deutschen liegt lediglich darin, dass die Pensionäre hierzulande auf Euro anstatt auf US-Dollar verzichten müssen. Die Beiträge für die Altersvorsorge über eine Pensionskasse lösen sich schlicht in Luft aus.

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