Immer mehr vermeintliche Rentner sind noch erwerbstätig


Immer mehr vermeintliche Rentner im Alter ab 65 Jahren gehen in der Bundesrepublik einer Erwerbstätigkeit nach. Innerhalb der vergangenen zehn Jahren hat sich die Quote mehr als Verdoppelt.

Erwerbsquote der Rentner über EU-Durchschnitt

Rentenbezüge

Erwerbstätigkeit trotz Rentenbezüge

Die Zahl der noch arbeitenden vermeintlichen Rentner über 65 Jahre ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Aktuell liegt die Quote bei 14,5 Prozent, wie die Statistikbehörde Destatis am Dienstag mitteilte.

Vor gut 10 Jahren lag die Erwerbsquote für Menschen ab 65 Jahren bei 6,5 Prozent. Auf Sicht der gesamten Anzahl der “eigentlichen Rentner” geht somit jeder Siebte in dieser Altersgruppe einer Arbeit nach.

Allerdings ist die Schwelle bis zur offiziellen Erwerbstätigkeit ziemlich gering. Eine Stunde Arbeit pro Woche reicht bereits aus, um offiziell als erwerbstätig zu gelten. Ein großer Teil der erwerbstätigen Menschen im Alter zwischen 65 und 69 Jahren gehen einer selbstständigen Tätigkeit nach oder helfen in der Familie aus.

Bei einer hohen Bildung liegt die Erwerbstätigenquote im fortgeschrittenen Alter höher als bei weniger qualifizierten Menschen. Noch erwerbstätig sind anteilig mehr Rentner als Renterinnen.

Der Durchschnitt in der EU beträgt 11,7 Prozent. Die Spitzenreiter zu den noch Erwerbstätigen Rentner sind Estland (29,3 %), Schweden (21,6 %) und Großbritannien (21,2 %).

Destatis präsentierte die “nackten Zahlen”, nicht jedoch die Motive für die Erwerbstätigkeit trotz Rentenalters. Motivation und die Lust an der Arbeit sowie das Pflegen von zwischenmenschlichen Kontakten mag sicher ein Zugpferd für die nach wie vor aktive Arbeitswelt trotz Rentenbezüge sein. Zumindest werden diese Anlässe überwiegend von Arbeitgeber-nahen Lobby-Vereinen GDV und IW Köln gerne favorisiert. Da mag auch der Wunsch nach ein paar Extras im Rentenalter ein Aufhänger sein.

Die Vermeidung von Armut durch niedrige Rentenbezüge und hohen Lebenshaltungskosten dürften eine gewichtige Rolle spielen. Liegen die Rentenbezüge lediglich nur knapp über der Schwelle zur Grundsicherung, so sind große Sprünge schon mal ausgeschlossen. Besonders auf teuren Pflastern wie in und rund um München. Angesichts des Programmablaufs von Agenda 2010 wird die Anzahl der Rentner mit den “Drang zur Arbeit” in den kommenden Jahren noch weiter stark ansteigen.


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