Lebensversicherungen: Abschaffung Garantiezins geplant


Die Garantieleistungen für klassische Lebens- und Rentenversicherung könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Die Bundesregierung plant die Abschaffung des Garantiezinses.

Abschaffung Garantiezins als Folge der Finanzkrise & Solvency II

Finanzmarktrettung

Die Zeit für Garantiezins scheint abzulaufen

Offenbar soll der Garantiezins gleich ganz vom Markt verschwinden, bevor die private Altersvorsorge angesichts der langsam und sicher dahin schrumpfenden Garantieleistung einen noch größeren Schaden erleidet. Und damit würden auch die einst hoch gehaltenen Kapital-Lebensversicherung der Vergangenheit angehören.

Die Bundesregierung plant die Abschaffung des Garantiezinses, bzw. des Höchstrechnungszinses. Der offengelegte Referentenentwurf plant für die private Lebensversicherung gar keinen Höchstrechnungszins mehr ein. Damit könnten sämtliche Lebensversicherungs-Produkte, die neben den Überschussbeteiligungen auch noch den Garantiezins beinhalten, eingestampft werden.

Der Sprung wäre eigentlich gar nicht mehr so groß. Aktuell steht der Garantiezins bei 1,25 Prozent (vor rund 15 Jahren noch bei 4%). Die realen Renditen der neu abgeschlossenen Kapital-Lebensversicherung sehen abzüglich der laufenden Kosten, Abschlussgebühren und Provisionen ohnehin nur noch sehr mager aus. Die Überschussbeteiligungen sind ebenfalls seit Jahren einem Schrumpfungsprozess unterworfen.

Mit der Abschaffung des Garantiezinses forderte die seit rund sieben Jahren anhaltende Banken- und Finanzkrise einen weiteren Tribut. Die drückend niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten setzen den Versicherern kräftig zu und mit dem Start der “Stabilisierungs-Regel” Solvency II haben garantierte Leistungen sichtlich keinen Platz mehr. Nicht die neuen Lebensversicherungen, sondern die bestehenden, teils (relativ) sehr hoch verzinsten Lebensversicherungen bereiten den Gesellschaften das größte Kopfzerbrechen.

Abschaffung Garantiezins betrifft nur Neu-Anlagen

Wer bereits eine Kapital-Lebensversicherung in der Schublade liegen hat, braucht sich keine Gedanken über noch mehr schrumpfende Renditen zu machen. Bestandsverträge bleiben von der Einstellung der Garantieleistung unberührt, das gilt auch für hohe Garantien mit z.B. 4 Prozent.

Die Anzahl der laufenden Verträge würde nach Abschaffung des Garantiezinses über die Jahre hinweg kontinuierlich absinken, bis auch die letzte Police zur Auszahlung fällig wird.

Die Versicherer sehen die Garantiezins-Abschaffung kritisch

“Zur Gewährleistung langlaufender Lebensversicherungsprodukte mit Zinsgarantien, die nicht gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert sind, ist auch in Zukunft eine Vorgabe für den höchstzulässigen Rechnungszins nötig”, so Peter Schark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Eine Abschaffung des Höchstrechnungszinses bedeutet nicht automatisch, dass die Versicherer dennoch garantierte Leistungen zusicherten. Allerdings falle diese Garantie je nach Unternehmen unterschiedlich aus.


Ausgehend davon, dass die Bundesregierung wohl kaum derartige Einschnitte in Bereiche der privaten Lebensversicherung vornimmt, ohne sich aus deren Reihen die “objektive” Meinung einzuholen, dürften die Proteste der Unternehmen sehr schnell wieder verstummen.

DKB-Broker

Tarifomat24.de

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