Pflege-Bahr in der Kritik: “Überflüssig?”


Unumstritten erscheint die Notwendigkeit einer privaten Vorsorge gegen die Risiken eines Pflegefalls im hohen Alter. Dabei muss die Pflegezusatzversicherung nicht an erster Stelle stehen und schon gar nicht in einer staatlich geförderten Variante.

Pflegekosten: Private Rentenvorsorge für Aufstockung der Einkünfte

Pflegefall

Umstrittene Pflege Bahr: Überflüssig?

Die Zahl der auf Hilfe angewiesenen Pflegebedürftigen ist im Jahr 2012 auf rund 14 Prozent angestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,4 Prozent. Dieser angestiegene Anteil der pflegebedürftgen Personen kann die gesamten anfallenden Pflegekosten nicht mehr aus eigenen Mitteln bewältigen. In diesen Fällen reichen die Gelder aus gesetzlicher Pflegeversicherung, Renteneinkünften und den verfügbare Mitteln aus Sparguthaben nicht mehr aus. Ab diesem Zeitpunkt springt z.B. das zuständige Sozialamt ein, um den Differenzbetrag aus Steuermitteln zu finanzieren.

Angesichts der aufgrund höheren Lebenserwartung steigenden Risiken im fortgeschrittenen Alter zu einem Pflegefall zu werden und den ansteigenden Pflegekosten erweist sich eine private Pflegezusatzversicherung durchaus als sinnvoll. Zur privaten Pflegeversorge wurde zum Jahresanfang 2013 die staatlich geförderte Variante “Pflege-Bahr” mit monatlichen Zuschüssen von jeweils 5,- Euro (bzw. 60,- Euro pro Jahr) eingeführt.

Geförderte Pflegeversicherung “nicht notwendig”

Die staatliche geförderte Pflegevariante sei jedoch nicht uneingeschränkt zu befürworten, eigentlich sogar überflüssig, so der Standpunkt des Instituts für deutsche Wirtschaft Köln (IW). Demnach gebe es trotz der beobachtbaren Entwicklungen im Pflegebereich für den Staat keinen Anlass, “weitreichende Eingriffe” zu unternehmen. Der “Teilkasko-Charakter” der gesetzlichen Pflegeversicherung sei bereits sinnvoll, denn für die Deckung der Pflegekosten stünden zusätzlich die betriebliche, gesetzliche und private Rente zur Verfügung. Eine “Verwässerung” der Pflegeversicherung durch “großzügige Leistungsversprechen” sollte vermieden werden.

Der Teilkasko-Charakter der Pflegeversicherung sei nicht nur sinnvoll sondern “bitter nötig”, so das IW Köln. Jegliche Zusatzleistung in der Pflege würde angesichts des demografischen Wandels besonders die jungen Beitragszahler dauerhaft belasten. Im Gegensatz zu der älteren Generation müssten die jungen Menschen steigende Belastungen und Beitragserhöhungen ein Leben lang tragen.

Die private Pflegeversicherung mache für die jüngere Generation durchaus Sinn, so das Institut. Damit könne im Pflegefall u.a. das Einkommen des Lebenspartners geschont werden. Dennoch sei eine staatliche Förderung dieser privaten Vorsorge nicht notwendig. Profiteure dieser Förderung seien die Menschen, die sich neben der Altersvorsorge die Pflegeversicherung zusätzlich leisten und nebenbei noch Rücklagen bilden können.

Für die Menschen mit geringerem Einkommen rentiere sich eine staatlich geförderte Privatrente. Wärend der “gesund verbrachten Jahre” könne die spätere Rente aufgebessert werden. Die Förderung der Pflegezusatzversicherung “kann diesen Anreiz verzerren”, so IW.


Tarifomat24.de

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