Rente: Verbraucherschütze drängen zu Aktienmärkten


Die zusätzliche private Altersvorsorge soll offensichtlich in Richtung Aktienbeteiligung gedrängt werden. Inzwischen sind auch Verbraucherschützer entsprechend ausgerichtet und fordern diesbezüglich geregelte Bahnen.

vzbv favorisiert Aktienmärkte über unabhängige Trägerschaft

Börsenhandel

Über kontrollierte Börsen ließen sich weitere Milliarden abgreifen

Niedrigzinsen wird es voraussichtlich noch weitere viele Jahre geben. Bevor das Zinsniveau aus welchen Gründen auch immer wieder ansteigen wird, ist viel eher mit weiteren Abstrichen zu rechnen. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) machte es erst vergangene mit einer Absenkung der Leitzinsen vor. Es folgen weitere Geldlockerungen zugunsten der Finanzmärkte. Das einzige Novum: Als Begründung dient der Corona-Virus. Die Europäische Zentralbank (EZB) hadert mit weiteren Zinssenkungen, hat diesen Schritt allerdings im Visier. Solange Bargeld im Umlauf ist, begibt sich die EZB auf einer Gratwanderung zwischen niedrigeren Zinsen und dem Abzug von Kapital der Banken aufgrund der von Kunden womöglich geräumten Konten.

Diese Misere betrifft vor allem die langfristigen Sparanlagen für die Altersvorsorge. Der sog. Garantiezins für Lebensversicherung wird ab 2021 voraussichtlich auf 0,5 Prozent oder sogar noch niedriger fallen. Die Stimmen für eine Umsiedlung der privaten Altersvorsorge von klassischen Ansparmodellen hin zu den Finanzmärkten werden daher aus verschiedenen Richtungen lauter. Die Altersrente müsse an den Aktienmärkten aufgebaut werden, so der Tenor. Diese These vertritt u.a. CDU-Politiker Friedrich Merz. Ins gleiche Boot stieg inzwischen auch die Deutsche Bundesbank und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) scheint dieser Vorstellung ebenfalls nicht abgeneigt. Grundsätzlich müsse nach Ansicht der Verbraucherschützer die private Altersvorsorge neu gestaltet werden und dazu könne die öffentliche Hand als ein Träger fungieren.

Der vzbv favorisiert für die mögliche private Altersvorsorge durchaus eine Ausrichtung auf die Aktienmärkte. Letztendlich sei es sinnlos, “dass Finanz- und Versicherungswirtschaft weiter überteuerte und kaum verständliche Riester-Produkte verkaufen dürfen”, so vzbv-Vorstand Klaus Müller. Für “Verbraucher” sei es weitaus profitabler, in breit gestreute Aktienanlagen zu investieren und hier müssen unabhängige Träger organisieren und kontrollieren. “Der Träger muss dabei per Gesetz auf die Interessen der Verbraucher verpflichtet werden”, so Müller. Der vzbv stützt sich auf ein Gutachten des Professors Markus Roth von der Universität Marburg. Er zeige auf, wie die private Altersvorsorge künftig über einen öffentlich-rechtlichen Träger organisiert werden könne. Die Unabhängigkeit des Trägers, ob öffentlich-rechtlich oder als GmbH, solle nach Vorbild der Bundesbank per Gesetz gesichert sein.

Steuerlich laufen wohl ebenfalls schon die Vorbereitungen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet offenbar ebenfalls bald mit einer Reform der privaten Rentenversicherung zugunsten der Aktienmärkte. Sein bisheriger Entwurf der Finanztransaktionssteuer erfasst gezielt den Kauf bzw. Verkauf von Aktien, während die “dicken Fische” wie Devisen- und Derivate-Handel außer Acht gelassen werden sollen.

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