Rentendebatte: Deutsche werden älter, aber nicht gesünder


Die Menschen in der Bundesrepublik werden immer älter. Allerdings erreichen nicht sehr viele ein fortgeschrittenes Alter in bester Gesundheit. Die ersten Probleme fangen bereits im durchschnittlichen Alter von 55 Jahren an. Das Anheben des Renteneintrittsalters wird daher verstärkt zu einer Umverteilung der Kosten von den Rentenkassen hin zu den Steuerzahlern führen.

Deutsche stehen EU-weit gesundheitlich ziemlich schlecht aus

Ruhestand

Länger arbeiten, allerdings nur falls überhaupt möglich

Die Deutschen werden immer älter, so die regelmäßigen Aussagen der Statistiker. Eine steigende Lebenserwartung ist jedoch kein Garant für den längeren Erhalt der Gesundheit. Eine aktuelle OECD-Studie zeigt auf, dass in der Bundesrepublik die gesundheitlichen Probleme der Menschen in Bezug auf die Lebenserwartung bereits in sehr jungen Jahren beginnen.

In den 28 EU-Mitgliedsländern ist die durchschnittliche Lebenserwartung lt. OECD seit dem Jahr 1990 um mehr als sechs Jahre angestiegen. Im Jahr 1990 lag die Lebenserwartung bei 74,2 Jahren, im Jahr 2014 wurden bereits 80,9 Jahre erreicht. In Süd- und Westeuropa ist die Lebenserwartung um acht Jahre höher als im mittleren und östlichen Europa.

In der Bundesrepublik liegt das durchschnittlich erreichte Lebensalter bei 81,2 Jahren.

Mit dem Blick auf den Gesundheitszustand der Menschen, sieht es in der Bundesrepublik allerdings nicht so erfreulich aus. Im Durchschnitt fangen bei den Deutschen die ersten gesundheitlichen Probleme bzw. Einschränkungen bereits bei rund 55 Jahren an. Im EU-Durchschnitt liegt das Ende des “beschwerdefreien Lebens” bei 61,5 Jahren. Besonders gesund leben demnach die Menschen in Schweden und in Malta. Die ersten gesundheitlichen Probleme tauchen dort erst ab 70 Jahren ein.

In der Bundesrepublik fallen lt. OECD-Bericht auch die größten Ausgaben für die Gesundheit an. Im Jahr 2015 lag der EU-Durchschnitt bei knapp 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), in der Bundesrepublik erreichten die Ausgaben rund 11 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Das Verhältnis Lebenserwartung zum gesundheitlichen Zustand der Menschen wirft Fragen auf zu den Plänen der Bundesregierung, die Lebensarbeitszeit deutlich anzuheben. Die Vorstellungen eines höheren Renteneintrittsalters erhalten tosenden Beifall der Arbeitgeberverbände und deren Lobbyisten-Vereine. Wer heute im Alter von über 50 Jahren selbst bei bester Gesundheit einen Arbeitsplatz in Vollzeitbeschäftigung sucht, hat äußerst schlechte Karten. Da können selbst die aus den Arbeitslosenstatistiken gar nicht mehr auftauchenden Langzeitarbeitslosen im fortgeschrittenen Alter nicht hinwegtäuschen.

Für die Rente zu jung, für die Arbeit allerdings zu krank. Die Anhebung des Renteneintrittsalters wird unweigerlich zu einer Verlagerung der eingesparten Zahlungen aus der gesetzlichen Rente zu einer Umverteilung der Belastungen zu den allgemeinen Steuerzahlern führen.

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