Sozialversicherungen vor größeren Herausforderungen


Die immer älter werdende Gesellschaft bei gleichzeitig schrumpfender Zahl von Erwerbstätigen bzw. Beitragszahlern werden die öffentlichen Kassen vor größeren Herausforderungen stellen, die notwendigen Beitragsanhebungen verständlich zu vermitteln. Die private Versicherungswirtschaft fordert eine Abkehr von der Umlagefinanzierung, hin zu einem kapitalgedeckten Modell.

Zahl der über 67-Jährigen wird bis 2035 auf 21 Mio. ansteigen

Pflegefall

Demografische Wandel ruft erneut Privatversicherer auf den Plan

Der oft zitierte demografische Wandel kennt hierzulande lediglich eine Richtung. Die Menschen werden im Schnitt immer älter. Gegen die sog. Alterung der Gesellschaft helfe auch nicht eine verstärkte Zuwanderung junger Leute. Die jüngst von Destatis veröffentlichte „14. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung“ zeigt in den folgenden 20 Jahren eine steigende Anzahl von Empfängern der sozialen Leistungen gegenüber eine schrumpfende Zahl von erwerbstätigen Beitragszahlern.

Demnach werden im Jahr 2035 nur noch 45,8 Millionen Erwerbstätige einen Beitrag für die Sozialversicherung leisten können, sofern die Beschäftigungen sozialversicherungspflichtig sind. Gegenüber der aktuellen Zahl von rund 51,8 Millionen um rund 4 bis 6 Millionen Menschen weniger. Im gleichen Zeitraum wachse jedoch der Anteil der Älteren an. Derzeit leben im Bundesgebiet rund 16 Millionen Menschen im Alter ab 67 Jahren. Bis zum Jahr 2039 werde die Zahl lt. Vorausberechnung um ca. 5 Millionen auf 21 Millionen ansteigen. Im Jahr 2022 werde die Zahl der Menschen ab 80 Jahren von aktuell 5,4 auf 6,2 Millionen ansteigen.

Derlei vorausgesehene Entwicklungen rufen nicht nur die öffentlichen Sozialversicherungen, sondern auch die Privatversicherer auf den Plan. Da die verantwortliche Politik die Sparten Rente und Pflege ohnehin schon zugunsten der Privatversicherungen steuerte, sind die Pforten der Anbieter einer privaten Renten- und Pflegeversicherung weit geöffnet. Der PKV-Verband sieht sich in den Zahlen von Destatis bestätigt. Die („hausinternen“) Ökonomen des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) berechneten erst vor wenigen Wochen die voraussichtliche Entwicklung in der Sozialen Pflegeversicherung. Demnach müsse der Beitragssatz von aktuell 3 auf 4 bis 8 Prozent bis zum Jahr 2040 ansteigen, um so die Auswirkungen des demografischen Wandels abfangen zu können. In diesem Zusammenhang errechnete WIP eine aktuelle (potenzielle) Verschuldung der Sozialen Pflegeversicherung in Höhe von 435 Milliarden Euro, da die heutigen Leistungsversprechen für die Zukunft von den aktuellen Beitragszahlern gar nicht gedeckt seien.

Die nun von Destatis gelieferten Zahlen müssten als eine Warnung verstanden werden, so PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther. Man dürfe nicht mehr auf die „demografieanfällige Umlagefinanzierung“ setzen. Diese sei im Ergebnis „das Gegenteil einer solidarischen und zukunftsgerichteten Politik“. Daher sei im Interesse der jungen Generation eine private Vorsorge notwendig.

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