Arbeitsmarkt-Boom: Umverteilung von Vollzeit auf Teilzeit


Der Arbeitsmarktboom beruht überwiegend auf die Umverteilung des Arbeitsvolumens auf immer mehr Teilzeit- statt Vollzeitjobs. Das Nachsehen haben die Arbeitnehmer gleich zweifach. Heute als Niedriglöhner und morgen als Armutsrentner.

Deutlicher Anstieg auch bei den ausgeübten Nebenjobs

Job

Mehr Teilzeitbeschäftigt. Geringverdiener und Armutsrentner

Die zahl der Erwerbstätigen kletterte in den vergangenen Jahren von einem Rekord-Hoch zum nächsten. Auch für 2019 rechnen Wirtschaftsinstitute trotz abflauender Konjunktur mit einem weiteren Anstieg der Erwerbstätigenanzahl. Boomender Arbeitsmarkt, der u.a. den öffentlichen Kassen mit Steuern und Sozialabgaben geradezu flutet. Doch für die Arbeitnehmer von heute und den Rentner von morgen bietet der florierende Arbeitsmarkt alles andere als „blühende Landschaften“. Immer mehr Menschen leisten mehr Arbeitsstunden für eine gleichbleibende oder derzeit konjunkturbedingt weniger Arbeit. Geradezu zwingend müssen die Arbeitnehmer bei derlei Rahmenbedingungen weniger verdienen. Viel genug, um heute Lohnsteuer und Sozialabgaben zu abzurücken, aber zu wenig, um als Rentner nicht in die Grundsicherung zu rutschen.

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 61,1 Milliarden Arbeitsstunden geleistet. Ein Höchststand seit 1991. Der Arbeitsumfang ist heute jedoch gegenüber dem Stand vor 17 Jahren stark umverteilt. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten stieg rasant an, während der Anteil der Vollzeitjobs deutlich schrumpfte, so die Antwort der Bundesregierung nach einer kleinen Anfrage durch die Linken. Im Jahr 2018 lag das Arbeitsvolumen für Vollzeitbeschäftigte demnach um 14,3 Prozent niedriger als im Jahr 1991. Das von Teilzeitbeschäftigten erledigte Arbeitsvolumen hatte im Jahr 2018 einen Anteil von 22 Prozent, das der Vollzeitbeschäftigten nur noch 78 Prozent.

Der Anteil der in Nebenjobs erledigten Arbeitsstunden ging ebenfalls deutlich nach oben. Im Jahr 1991 waren es noch rund 314 Millionen Stunden. Bis zum Jahr 2018 stiegen die Nebenjob-Stunden um das Doppelte auf 727 Millionen.

Der Wirtschaft wäre damit geholfen. Die Unternehmen können aufgrund der Teilzeit- und Nebenjob-Beschäftigungen flexibler reagieren, bei sehr niedrigem Lohnniveau. Für die öffentliche Hand fällt aufgrund der steigenden Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs ebenfalls mehr ab. Doch für eine ansteigende Zahl der Arbeitnehmer bedeutet dies die garantierte Altersarmut bei einer Grundsicherung in Höhe „x“ im Rentenalter.


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