Ehemaliger EZB-Ökonom: Notenbanken sorgten für höhere Risiken


Statt für eine Entschärfung der Finanzkrise sorgten die Notenbanken für höhere Risiken. Die Finanzmärkte und Länder seien vom Geld der Zentralbanken abhängiger als je zuvor.

Lockere Geldpolitik der Notenbanken trieb die Risiken in die Höhe

Feuer

Statt Krisenlösung nur Brandbeschleunigung

Wenn die Kartoffeln vom Kartoffelbauer für die Abnehmer zu einem hohen Risiko geworden sind, dann muss etwas gründlich schief gelaufen sein. In der Regel trägt der Landwirt die Konsequenzen. Wenn die Notenbanken, deren ureigenste Aufgabe das Hüten des Geldes ist, zu einer Gefahr für die ausschließlich vom Geld angetriebenen Märkte geworden sind, dann ist das deren Problem.

Der ehemalige EZB-Chefökonom Jürgen Stark kritisierte im Gespräch mit n24 das Verhalten der Notenbanken scharf. Von Finanzmärkten mit mehr Widerstandskraft und nachhaltig sanierten Banken können überhaupt nicht die Rede sein. Stattdessen seien Finanzmärkte und Regierungen nach Jahren der lockeren Geldpolitik heute vom Geld der Notenbanken noch abhängiger geworden.

Die Staaten wiesen nach wie vor zu hohe Verschuldung und anhaltende Wachstumsprobleme auf. Keines dieser Missstände sei aus der Welt geschaffen worden.

Seit einigen Wochen finde eine Korrektur zahlreicher bisher überbewerteter Vermögenswerte statt. Das betreffe besonders die Aktienmärkte und dies war absehbar. Warnungen vor plötzlichen Markt-Korrekturen von international agierenden Instituten wie der IWF, führten oft zu einer Überreaktion der Finanzmärkte.


In anderen Worten: Die Notenbanken verhielten sich wie Drogendealer, die ihre Drogenabhängigen mit mehr Stoff versorgten, um die Abhängigkeit noch weiter zu steigern. Die Existenz des Dealers hängt allerdings auch vom Überleben der Abhängigen ab.


Tarifomat24.de

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