Frauen sind während des Berufslebens gegenüber den Männern benachteiligt. Diese Ungleichheit wirkt sich ungeschminkt auf das spätere Rentenalter aus. Doch nicht nur im aktiven Erwerbsleben ziehen Frauen den Kürzeren, sondern auch während der Phase der Arbeitslosigkeit.

Langzeitarbeitslosenquote bei Frauen höher als bei Männern

Frauen im Job
Langzeitarbeitslosigkeit betrifft vor allem alleinerziehende Frauen

Frauen sind im Vergleich zu Männern nicht nur viel öfters im Niedriglohn beschäftigt, sondern nehmen für die Familie auch viel öfters eine Auszeit. Dies resultiert jetzt in einem („unbereinigten“) niedrigeren Lohn um rund 21 Prozent und später in einer Minirente und Altersarmut. Der Übergang zwischen einer 1-jährigen Auszeit und einer 1-jährigen Arbeitslosigkeit, sprich Langzeitarbeitslosigkeit scheint bei Frauen sehr fließend zu verlaufen. Mehr als ein Drittel (34 %) der arbeitslosen Frauen gelten als langzeitarbeitslos, während bei Männern die Quote bei 30 Prozent liegt, so die Antwort der Bundesregierung auf eine Frage von der Grünen-Abgeordneten Beate Müller-Gemmeke. Das Papier liegt der Redaktion von RP-Online (Montag) vor.

Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit tritt automatisch die Definition Langzeitarbeitslosigkeit ein. Betroffene erhalten entweder die Leistungen nach SGB II (Hartz IV) oder finanzielle Hilfen für den Lebensunterhalt („Aufstocker“). Lt. dem Bericht sind von Langzeitarbeitslosigkeit vor allem alleinerziehende Frauen betroffen.

Langzeitarbeitslosigkeit kann in einer Dauerschleife verlaufen

Auf der einen Seite scheint das Problem des Fachkräftemangels größer zu werden und auf der anderen Seite wird für immer mehr Arbeitslose die Langzeitarbeitslosigkeit zementiert. So fanden im Jahr 2018 lt. Bundesagentur für Arbeit (BA) 145.420 Langzeitarbeitslose eine reguläre Beschäftigung. Im Jahr 2017 fanden noch rund 15.000 und im Jahr 2016 noch rund 30.000 mehr Betroffene eine neue Beschäftigung. Im Jahr 2015 fanden noch um 40.000 mehr einen Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit. Der „Erfolg“ ist somit seit Jahren klar rückläufig. Allerdings sank auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen im gleichen Zeitraum um rund 226.000 auf 813.400 Betroffene ab, bzw. die Quote von 13,2 auf 11,7 Prozent.

Vom Regen in die Traufe?

Langzeitarbeitslose sind jedoch alleine durch den Gesetzgeber dahingehend gefährdet, von einem Arbeitgeber zum nächsten gereicht zu werden, oder bereits nach einem halben Jahr Beschäftigung wieder beim JobCenter eintreffen zu müssen. Für ehemalige Langzeitarbeitslose greift nicht die Mindestlohnregelung. Sie stellen somit eine „Ausnahme“ dar. Ein Arbeitsplatz für einen Langzeitarbeitslosen befreit den Arbeitgeber für die ersten sechs Monate von der Pflicht einer Lohnuntergrenze. Letztendlich wird ein solche Erwerbstätigkeit auch vom JobCenter subventioniert. Ein willkommener Anlass, um lediglich befristete Arbeitsverträge weiterhin zu pflegen.

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