Erzielter Rekordüberschuss 2015: Kein Grund zum Jubeln


Der im Jahr 2015 erneut erzielte Rekordüberschuss in den Leistungsbilanzen ist alles andere als ein Grund zum Jubeln. Exportiertes Kapital aus der Wertschöpfung der Arbeitnehmer, zum Verpulvern und unbekanntem Verbleib.

Leistungsbilanz wird 2016 einen weiteren Rekord aufstellen

Finanzmarktrettung

BRD finanziert die Schuldenländer

So mancher Zeitgenosse mag die jährlich erzielten Handelsbilanzüberschüsse der deutschen Wirtschaft als einen grandiosen Erfolg feiern, als ein Zeichen der brummenden Exportindustrie. In Wirklichkeit kommen die extrem hohen Überschüsse einem Verpulvern des Kapitals und der vom Arbeitnehmer erzielten Wertschöpfung gleich.

Im Jahr 2015 erzielte die deutsche Wirtschaft mit einem Exportüberschuss von 252 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Im Jahr 2014 betrug der Leistungsbilanzüberschuss 212 Milliarden Euro. Der Anteil des exportierten Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag nach Berechnungen des Münchener ifo-Instituts bei 8,3 Prozent (im Jahr 2014 7,3 Prozent). Die Marke von höchstens 6 Prozent wird von der EU auf Dauer für tragfähig bezeichnet.

Deutschland ist damit “diesseits und jenseits des Atlantiks” der größte Finanzier der Schuldenländer, so das ifo-Institut. Am Ende des Jahres 2016 dürften die Exportüberschüsse angesichts der niedrigen Ölpreise und des schwachen Euros noch höher liegen. Die Importkosten sinken aufgrund des Preisverfalls bei Rohöl entsprechend ab.

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) an der Hans-Böckler-Stiftung berechnete den realen Kapitalverlust durch Exportüberschüsse auf rund 20 Prozent. Für 2015 bedeutete diese Abschreibung ein Volumen von gut 50 Milliarden Euro. Im Prinzip sind Leistungsbilanzüberschüsse eine angeschriebene Rechnung, die nicht vollständig beglichen wird. Seit 1971 betragen die aufsummierten Exportüberschüsse der deutschen Wirtschaft rund 18 Billionen Euro.

Bis zum Jahr 1971 wurden die Exportüberschüsse gen USA in Gold aufgewogen. Die heutigen (theoretischen) Goldbestände der BRD in der Obhut der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) entstanden fast ausschließlich aus den erzielten Bilanzüberschüssen. Mit der Aufhebung der Goldbindung des Dollars durch US-Präsident Nixon veränderte sich der Goldbestand nach 1971 nur noch unwesentlich. Der Export gen Staaten ist in den letzten Jahrzehnten jedoch nicht eingestellt worden. Die USA sind ein chronisches Defizit-Land. Es drängt sich die Frage auf, wo das seit rund 45 Jahren exportierte Kapital verblieben ist.


Tarifomat24.de

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