EZB konnte deflationäre Entwicklungen nicht verhindern


Die deflationären Entwicklungen in der Eurozone konnten nicht verhindert werden. Die Inflationsrate im Januar 2015 markiert einen Tiefpunkt und der Einsatz weiterer Finanzinstrumente, um diesem Trend entgegenzuwirken, drohen ebenfalls zu scheitern.

Niedrigzinspolitik und Kapitalflutungen waren erfolglose Strategien

Eurokrise

Deflation rückt sichtbar näher

Im Januar 2015 waren die Preise des “durchschnittlichen statistischen Warenkorbs” in der gesamten Eurozone niedriger als noch im Januar ein Jahr zuvor. In der gesamten EU betrug die Inflationsrate lt. Europäisches Statistikbehörde (Eurostat) -0,5% und innerhalb der Eurozone -0,6%

Die Gründe für den Rückgang der Teuerungsrate, hinein in den deflationären Bereich, sind umstritten, zumindest fand die Europäische Zentralbank (EZB) ganz offensichtlich bisher kein geeignetes Mittel, um die als “Feind Nummer 1” erklärte Deflation zu verhindern. Die laufenden Leitzinsabsenkungen bis runter auf “symbolische” 0,05% und der Negativzins (“Strafzins”) für die Bankeneinlagen bei der EZB brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Freudige Gewinner der EZB-Maßnahmen sind die Teilnehmer an den Märkten, die mit ebenso virtuellen Werten handeln wie die EZB massiv in Umlauf bringt. Die Realwirtschaft spielt sich längst in einer Parallelwelt ab, die nur dann gefragt ist, wenn an den Finanzmärkten wieder einmal eine Blase detonierte und jemand für Schäden und Beseitigung der Scherben aufkommen muss.

Der nächste Schritt der EZB folgt bereits. Das Anleihekaufprogramm wird bis September 2016 mehr als 1 Billion Euro in die Märkte spülen. Die Aktienmärkte demonstrierten ihren Jubel bei den gehandelten Werten und deren neuen Höhenrekorde.

Mehr Kapital und niedrigere Zinsen sollten die Konjunktur beleben, weil die Banken an die Realwirtschaft mehr Kredite verleihen. So lautete im Prinzip die Kalkulation der EZB. Diese ging aber hinten und vorne nicht auf. Die Kreditinstitute nahmen die billigen Notenbank-Gelder gerne an, führten diese aber teilweise in die Eigenkapitalisierung und einen großen Teil direkt in die lukrativen Finanzmärkte. Die Börsenplätze versprechen weit mehr Renditen als die mickrigen Kreditzinsen von den Unternehmen. Darüber hinaus stehen die Firmen vor allem in den Euro-Südländern nicht gerade Schlange, um einen Kredit aufzunehmen. Banken stemmen sich gegen Anfragen, die von Unternehmen mit einer fragwürdigen Bonität gestellt werden. Die Euro-Rettungspolitik würgte die Wirtschaften vor allem in Griechenland und Portugal ab, soviel zur Ehrenrettung der Geldhäuser.

Die Strategie der Anleihekäufe droht allerdings auch zu scheitern. Was hilft es, wenn die EZB mehr als 1 Billion Euro bereit hält, aber kein Eigner von Staatsanleihen auch nur einen Schein herausgeben will. Es sieht ganz danach aus, dass die Anleihe-Inhaber überhaupt kein Interesse zeigen, ihre guten Papiere gegen neues EZB-Geld einzutauschen. Zahlreiche Anleihen sind bereits Jahre alt und damit hoch verzinst und auf der anderen Seite würde die EZB für bei ihr geparktes Geld einen Strafzins verlangen.

So wie die Dinge gerade laufen, steht offenbar auch die Notenbank ein wenig hilflos am Rande des Geschehens. Die nächsten Monate werden zeigen, wohin das Euro-Abenteuer noch führen wird.

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