EZB lässt im Januar 2016 sämtliche Zinswerte auf alten Stand


Die Europäische Zentralbank (EZB) hielt sich bei ihrer Ratssitzung im Januar 2016 mit Maßnahmen zurück. Sämtliche in der Eurozone geltenden Zinswerte bleiben unverändert. Das Anleihekaufprogramm geht dafür in die Verlängerung. Wohl in der Hoffnung, dass der Euro bis zum neuen Endtermin März 2017 überhaupt noch Relevanz besitzt.

Die Krisen-Fakten könnten den EZB-Zielen locker zuvorkommen

Finanzmarktrettung

Wettlauf gegen den Eurocrash

Nach der EZB-Ratssitzung im Januar 2016 bleiben die Zinsen erst einmal dort wo sie gerade sind. Der Hauptrefinanzierungszinssatz bleibt bei 0,05%, die Einlagefazilität bei -0,30% und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 0,30%.

Neu dagegen ist die Verlängerung des seit März 2015 laufenden Anleihekaufprogramms um weitere 6 Monate. Damit soll die Kapitalschwemme von 60 Milliarden Euro pro Monat bis Ende Märze 2017 fortgesetzt werden.

Der Kampf gegen niedrige Inflation könnte dahingehend als erfolgreich bezeichnet werden, dass die Inflationsrate im vergangenen Jahr etwas über den Wert vom Jahr zuvor lag. Etwas dafür spräche auch der höhere Teuerungswert trotz der erneut massiv eingebrochenen Energiepreise. Unterm Strich bleiben allerdings keine weiteren Erfolgsmeldungen mehr übrig.

Mit dem Anhängen eines weiteren halben Jahres plant die EZB somit ein Volumen von fast 1.500 Milliarden Euro in die Finanzmärkte zu spülen, in der Hoffnung, die Inflation auf fast 2% zu bringen und dazu noch die Konjunktur zu beleben.

Auf der anderen Seite mehren sich allerdings die Stimmen, dass es in der Eurozone sowie am globalen Finanzmarkt zu einem großen Zusammenbruch kommen könne, das den Finanzcrash im Jahr 2008 in den Schatten stellen wird. Italiens Banken mit einer Last von faulen Krediten im Rahmen von 200 Milliarden Euro sind nur die (grobe) Spitze des Eisberges. Brüssel fürchtet inzwischen eine Kapital-Massenflucht im Vorfeld eines absehbaren Bankenzusammenbruch und überlegt, die Bail-In-Lösung (Beteiligung der Gläubiger) an den Nagel zu hängen. Die offene Lücke soll dann wieder vom EU-Steuerzahler geschlossen werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Eurozone in alle Richtungen auseinander fliegt, ist weit größer als das Erreichen einer finanztechnisch dauerhaft “gesunden” Inflationsrate von 1,9%.


Tarifomat24.de

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